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Grippe-Typ-B: Darum warnen Ärzte vor dem Yamagata-Virus

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Eine Grippe wird durch Influenza-Viren ausgelöst, von denen es drei Typen gibt: A, B und C. Gerade der zweite Typ macht den Deutschen momentan zu schaffen. © iStockphoto, Alexander Raths

Schutz vor Yamagata-Virus kaum vorhanden

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) warnt vor den Folgen der Grippe-Welle und dem Yamagata-Virus, der sich dieses Jahr dominant in Deutschland ausgebreitet hat. "In unserer Zentralen Notaufnahme haben wir seit Jahresbeginn bei Patienten mit Grippesymptomen einen Anstieg von mehr als einem Drittel verzeichnet zum Vergleichszeitraum des Vorjahres", sagte Professor Dr. Tobias Welte, Direktor der Klinik für Pneumologie bei einer Pressekonferenz. Bei dem Yagamata-Virus handelt es sich um den Influenza-Virus-Typ B, der eine Grippe-Infektion auslöst. Das Tückische an den B-Viren ist, dass wir in der Regel davor nicht geschützt sind und sie schwerwiegende gesundheitliche Folgen auslösen können.

Falscher Impfstoff empfohlen

Der Schutz vor den B-Viren ist laut Professor Welte von der medizinischen Hochschule in Hannover begrenzt. Der normale Dreifach-Impfstoff, der bei der Grippe-Impfung von der Krankenkasse übernommen wird, deckt die Impfung gegen diesen Virustypen nicht ab. "Dabei wäre ein breiter wirksamer Impfstoff verfügbar gewesen, der diese Lücke nicht aufgewiesen hätte, allerdings wurde dieser von den Krankenkassen nicht erstattet. Eine im Nachhinein teure Fehlentscheidung, wenn man die hohen Kosten der intensivmedizinisch kranken Influenzapatienten bedenkt." Lediglich die Vierfach-Impfung, die nur die privaten Krankenkassen übernehmen, schützt auch vor dem dieses Jahr so verbreiteten Typ B. Ab kommendem Winter sollen auch die gesetzlichen Krankenkassen die Vierfach-Impfung übernehmen.

Professor Welte ergänzt jedoch: "Auch wenn der in diesem Jahr von den Krankenkassen empfohlene Impfstoff einen Teil der Erreger nicht abgedeckt hat, so bleibt dennoch immer ein deutlicher Schutzeffekt durch die Impfung." Impfen lohnt sich also in jedem Fall. Allerdings beklagen die MHH-Mediziner eine zunehmende Impfmüdigkeit in der Bevölkerung. Auch junge Menschen ohne Vorerkrankungen könnten an einer Grippe sterben, sagte Professor Dr. Johann Bauersachs, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie. Empfohlen wird eine Impfung vor allem Senioren und chronisch Kranken bereits im Herbst. Jetzt ist es dafür allerdings zu spät. Die Grippewelle endet in der Regel spätestens Ende März, ein Schutz entwickelt sich erst vier Wochen nach der Impfung. 

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So lange sind Sie bei einer Grippe ansteckend Achtung, besser auskurieren! 00:23

Diese Folgen kann eine Yamagata-Infektion haben

Bei Influenza B-Viren handelt es sich um einen Virustypen, der direkt das Herz infizieren kann und so zu schweren Herzmuskelentzündungen führt. "Seit Jahresanfang mussten wir 92 Patienten behandeln, die mit Herzinfarkt in die MHH gebracht wurden", betonte Bauchersachs. In Monaten ohne Grippe sind es durchschnittlich 40 Fälle. "Die Zahl der schweren Fälle mit akuter Herzbeteiligung ist um 25 Prozent gestiegen."

So erkennen Sie eine Influenza-Erkrankung

Die Influenza sei leicht zu diagnostizieren: Sie beginnt recht plötzlich und geht mit Fieber einher, erklärte Armin Beck vom hessischen Hausärzteverband der Deutschen Presseagentur. Rufe ein Patient mit diesen Symptomen beim Arzt an und es sei kein schwerer Verlauf der Krankheit zu befürchten, dann sollten die Grippekranken am besten zu Hause bleiben und jeden Kontakt mit anderen Menschen meiden.

Grippewelle fordert Todesopfer

Bundesweit hat die Grippewelle gerade einen neuen Höhepunkt erreicht. In der dritten Februarwoche registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) rund 24.000 nachgewiesene Grippefälle. 136 Menschen starben nachweislich nach einer Influenza-Infektion. Die Dunkelziffer ist noch höher. In Niedersachsen wurden in der vergangenen Woche 1.203 neue laborbestätigte Grippefälle dem Landesgesundheitsamt gemeldet. Die Influenzarate stieg auf den neuen Höchststand für diese Saison von 44 Prozent. Von einer Grippewelle ist die Rede, wenn der Erreger in mehr als 20 Prozent der übermittelten Proben zu finden ist. 

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