Graciano Rocchigiani: Die bemerkenswertesten Sprüche der Box-Legende

02. Oktober 2018 - 19:56 Uhr

"Wat braucht der Mensch außer Glotze gucken, een bisschen bumsen und een bisschen Anerkennung"

Graciano Rocchigiani ist am Montagabend bei einem Verkehrsunfall in Belpasso auf Sizilien im Alter von nur 54 Jahren gestorben. Er war einer der größten deutschen Boxer. Jetzt ist "Rocky" nicht mehr da, sein Kämpferherz, seine authentische und ehrliche Art aber bleiben unvergessen. Hier ist eine Sammlung seiner bemerkenswertesten Sprüche.

"Weil ick 'ne ehrliche Haut bin"

"Wat braucht der Mensch außer Glotze gucken, een bisschen bumsen und een bisschen Anerkennung." (Rocchigianis Lebensmotto)

"Allet Beschiss, allet Schweine." (Rocchigiani nach mehreren umstrittenen WM-Niederlagen)

"Es gibt kluge und dumme Polen. Und du bist ein dummer Pole." (Rocchigiani über seinen Rivalen Dariusz Michalczewski)

"Weil ick 'ne ehrliche Haut bin." (Rocchigianis Erklärung für seine Probleme im Leben)

"Wenn die mir alle Titel gegeben hätten, die ich eigentlich verdient hatte, wäre ich einer der besten Boxer der Welt." (Rocchigiani über die jeweils verlorenen ersten Kämpfe gegen Henry Maske 1995 und Dariusz Michalczewski 1996 sowie den Titelentzug durch den Boxverband WBC 1998)

Kein Jammern und kein Klagen - auch nicht im Knast

"Ich bereu' nüscht. Ick hab' auf jeden Fall was zu erzählen. Langweilig war det nie." (Rocchigiani über sein turbulentes Leben)

"Sekt, Bouletten, dicke Weiber - ich habe nicht immer das Schlauste mit meinem Geld gemacht." (Rocchigiani zu seinem Hartz IV-Bezug, 2012)

"Ick hab ja nix Schlimmet jemacht. Det passiert nun mal Otto Normalverbraucher." (Rocchigiani über seine Gefängnisstrafen)

"Ich bin im Prinzip ein Sonntagskind, habe 50 Jahre auf der Überholspur gelebt. Die 22 Monate im Knast habe ich vielleicht auch verdient." (Rocchigiani zu seiner Haftstrafe, 2007)

"Ja, ich kriege Stütze. Das ist schon vielen Menschen passiert, die auch nicht schlecht sind." (Rocchigiani zu seinem Hartz IV-Bezug, 2012)

Rocchigiani: Ein Leben auf der Achterbahn

2007 musste Graciano Rocchigiani ins Gefängnis
2007 musste Graciano Rocchigiani ins Gefängnis
© dpa, Sebastian Kahnert, skn soe fpt kno

"In der Vergangenheit habe ich mich oft wie auf einer Achterbahn gefühlt. Für kurze Zeit ganz oben, als strahlender Sieger, und dann plötzlich wieder ganz unten, am Boden zerstört. Einmal fand ich mich im Straßengraben wieder und dreimal auch im Knast." (Rocchigiani über sein Leben)

"Ich habe gut gelebt, und manche anderen haben auch gut gelebt von meinem Geld." (Rocchigiani über seine Finanzprobleme, 2012)

Suff, Gewalt, Gefängnis - so wild war Graciano Rocchigianis Leben

Drama: Rocchigiani stirbt bei Unfall