Daueraufmerksamkeit oder WachheitGesundheitslexikon: Vigilanz

Die Bereitschaft des Körpers, u.a. Reize in Form einer gewissen Wachheit neuronal wahrzunehmen und zu interpretieren, kann als Vigilanz umschrieben werden. In unterschiedlichen Ausprägungen ist die Vigilanz vor allem medizinisch relevant: Einschränkungen der Wachheit können sich durch verschiedene Symptome darstellen und in der Folge durch Schweregrade beschrieben und eingeordnet werden. Die bekanntesten Zustände sind: Somnolenz, Präkoma und Koma. Sie stellen Arten eingeschränkter Vigilanz dar.
Was ist Vigilanz?
Vigilanz ist ein Begriff aus dem Bereich der Neurowissenschaft. Er beschreibt beim Menschen die permanente Wachheit, welche sich grundsätzlich als ungerichtet darstellt. Umgangssprachlich ist damit die ständige Bereitschaft des Körpers gemeint, für Reize oder Einflüsse empfänglich zu sein. Kommt es zu Einschränkungen des Aktivierungszustandes des Nervensystems in Form von quantitativen Bewusstseinsstörungen, dürfte in der Regel eine medizinisch relevante, starke Verringerung der Vigilanz vorliegen. Dies steht meist in Verbindung mit psychischen, neurologischen oder sonstigen Erkrankungen. Grundsätzlich gilt, dass Vigilanz nicht als gänzlich vorhanden oder komplett abwesend unterteilt werden kann, sondern lediglich immer in unterschiedlichen Ausprägungen vorliegt. Es gibt somit keine Phaseneinteilung.
Wer ist von Vigilanzstörungen betroffen?
Bei einer normalen, täglichen Vigilanz befindet sich ein gesunder Mensch in einem bewussten Bereitschaftszustand, in dem Reize seine Aufmerksamkeit erregen können. In diesem Zustand erzeugen überraschend auftretende Gefahrensituationen im Normalfall Alarmzustände. Dies bedeutet, dass das Bewusstsein jederzeit empfänglich für sinnesstimulierende Eindrücke ist. Geht der Körper in einen gezielten Ruhezustand über, bis hin zum Schlaf, ändert sich der Zustand der Wachheit / Vigilanz im Körper auf normale, klinisch irrelevante Weise. Abhängig von biologischen und molekularen Eigenschaften jedes individuellen Körpers ändert sich die Vigilanz im wachen Zustand, über den gesamten Tag verteilt, mehrmals. Vormittags ist die Aktivierung des Nervensystems auf ihrem Höhepunkt.
Wie kann Vigilanz getestet werden?
Um Verfälschungen der Tests aufgrund von natürlichen Einflüssen zu minimieren, werden kognitive Testverfahren oft vormittags durchgeführt, da der Aktivierungszustand dann in der Regel am stärksten ausgeprägt ist. Der sogenannte Basic-rest-activity-cycle Test (BRAC) nimmt ungefähr 90 Minuten in Anspruch und ist besonders auf kürzere Vigilanz-Rhythmen ausgerichtet. Darüber hinaus können sich Störungen der Vigilanz auch auf das Hormonsystem auswirken. Sie können auf Beeinträchtigungen der Hirnfunktion hinweisen oder auf organische, psychische oder toxikologische Ursachen zurückzuführen sein. Quantitative Bewusstseinsstörungen werden je nach Schweregrad unterteilt in: Somnolenz, Sonor, Präkoma oder Koma. Im Gegensatz dazu gehen qualitative Bewusstseinsstörungen nicht mit Vigilanzveränderungen einher.
Warum ist Vigilanz bedeutsam?
Die Beeinträchtigung der Aktivierung des Nervensystems kann unterschiedliche Folgen haben. Besonders die verschiedenen Zustände der Wachheit, zum Beispiel in Form von Somnolenz oder Koma, haben Auswirkungen auf den Körper. Die medizinisch relevante Schläfrigkeit, über das normale Maß hinausgehend, wird als Somnolenz bezeichnet. Sie kann beispielsweise bei akuten Intoxikationen oder während des Deliriums wegen Alkoholentzugs auftreten. Der Patient wirkt in diesem Zustand seinem Gegenüber geistig abwesend. Zwar reagiert der Körper noch auf Reize, doch kann dies verzögert passieren. Bei Sonor reagiert der Betroffene oft erst auf starke Reize wie Rütteln oder eine laute Ansprache. Die stärkste Ausprägung ist das Koma.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.