Brennen, Jucken und Schmerzen

Gesundheitslexikon: Trockene Augen (Keratokonjunktivitis sicca)

27. Januar 2020 - 11:56 Uhr

Zu wenig Tränenflüssigkeit: Trockene Augen verursachen unangenehme Reizungen

Bei trockenen Augen (Keratokonjunktivitis sicca) handelt es sich um eine Augenerkrankung, die in der Augenheilkunde am häufigsten vorkommt. Wegen trockener Augen suchen etwa 20 Prozent aller Patienten einen Augenarzt auf.

Was ist eine Keratokonjunktivitis sicca?

Ausgelöst wird die Keratokonjunktivitis sicca durch eine unzureichende Produktion von Tränenflüssigkeit, wodurch das Auge nicht richtig befeuchtet wird. Dies führt zu unangenehmen und schmerzhaften Reizungen am Auge. Deshalb müssen trockene Augen permanent behandelt werden. In der Regel wird mit einem Lidschlag etwa alle fünf bis zehn Sekunden die Oberfläche der Augen gleichmäßig mit einem Tränenfilm benetzt. Dadurch werden Bakterien beziehungsweise Viren abgewehrt und Fremdkörper ausgeschwemmt. Trockene Augen können vorübergehend auftreten und sich bei Nichtbehandlung auch zu einer chronischen Krankheit entwickeln.

Ursachen für trockene Augen

Mögliche Ursachen sind lange Arbeitszeiten vor einem Monitor, das dauerhafte Tragen von Kontaktlinsen, Umluft durch Klima- und Heizungsanlagen oder andere Umweltbelastungen. Weiterhin können hormonelle Umstellungen, Allergien oder ein Vitamin-A-Mangel trockene Augen herbeiführen. Zudem kann das Sicca-Syndrom auch als Nebeneffekt bei Einnahme von Medikamenten, wie der Pille, Beta-Blockern, Antidepressiva oder Schlaftabletten, entstehen. Diabetiker, Patienten mit Neurodermitis, Rheuma, Gefäß- oder Schilddrüsenerkrankungen sowie Raucher leiden ebenfalls häufiger unter trockenen Augen. Ferner wurde festgestellt, dass eine mangelhafte Ernährung, insbesondere ohne Omega-3-Fettsäuren, trockene Augen begünstigt.

Welche Symptome treten bei Keratokonjunktivitis sicca auf?

Meist äußert sich ein trockenes Auge durch Rötung, Jucken und ein Fremdkörpergefühl. Manche Patienten beschreiben ein Augenbrennen, erhöhte Lichtempfindlichkeit beziehungsweise Sichtprobleme bei Dunkelheit, Nachtblindheit, geschwollene Lider oder sogar ein vermehrtes Tränen der Augen. Weitere Anzeichen für eine Störung des Tränenflusses sind eine nächtliche Schleimabsonderung am Auge, Unverträglichkeit von Kontaktlinsen und Augen-Make-up, Schmerzen bei rauchiger Luft oder Luftzug sowie am Bildschirm. Deshalb spricht man auch vom Office-Eye-Syndrom. Treten diese Symptome auf, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Werden die äußeren Faktoren vermieden, kann Keratokonjunktivitis sicca vorgebeugt werden. Bei Kontaktlinsen sollte zudem auf eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit geachtet werden.

So können trockene Augen festgestellt werden

Zunächst wird der Arzt mit einer sogenannten Spaltlampe die Augen untersuchen, welche das Auge um ein Vielfaches vergrößert. Dabei schaut er sich die Menge der Tränenflüssigkeit an und kann sehen, ob die Hornhaut in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Um die Tränenflüssigkeit zu messen, wird dem Patienten ein Papierstreifen an den Bindehautsack gelegt (Schirmer-Test). Nach etwa fünf Minuten kann er die Menge vom Streifen ablesen. Zudem misst er die Tränenfilmaufreißzeit und nutzt das Anfärbeverfahren, um die Augenoberfläche exakter beurteilen zu können. Diese Untersuchungsmethoden sind schmerzfrei und ungefährlich.

Behandlung/Therapie von Keratokonjunktivitis sicca

Die Ursache kann nicht immer genau geklärt, dafür die meisten Beschwerden aber gelindert werden. Dazu dienen Tränenersatzmittel in Form von Tropfen, Gelen oder Sprays, welche die Augen zusätzlich befeuchten. Bei schwierigen Krankheitsverläufen können zusätzlich spezielle Präparate eingesetzt oder die Tränenmenge durch Verschließen der Tränenabflusskanälchen erhöht werden. Wenn die Ursache eindeutig ist, können die äußeren Faktoren verändert werden, wie etwa durch den Verzicht auf Kontaktlinsen oder das Vermeiden von Umluft. In diesen Fällen können sich trockene Augen schnell regenerieren. Um die Reizungen am Auge zu lindern, können mit Kamillentee getränkte Pads auf die geschlossenen Lider gelegt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.