Salzhaltige Körperflüssigkeit

Gesundheitslexikon: Tränen

Tränen dienen primäre der Reinigung des Auges
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28. Januar 2020 - 12:44 Uhr

Tränende Augen - was steckt eigentlich dahinter?

Schon Säuglinge können herzzerreißend weinen, wenn sie etwas stört. Jeder Mensch vergießt im Laufe seines Lebens unzählige Tränen. Manche springen förmlich unter dem Lid hervor, wenn etwa die Augen durch Pollen in der Heuschnupfenzeit massiv gereizt werden. Andere Tränen wiederum werden vergossen, wenn wir sentimentale Liebesdramen im Kino sehen. Tränen lassen sich nicht verstecken, füllen das Auge randvoll an und laufen die Wangen herunter. Dass übermäßig tränende Augen auch Anzeichen einer Krankheit sein können, wissen die wenigsten Menschen.

Was sind Tränen?

Bei Tränen handelt es sich um eine spezielle Körperflüssigkeit, die im Bereich der Tränendrüsen am Rand eines jeden Auges im Augenwinkel gebildet werden. Die Träne selbst ist eine salzhaltige Flüssigkeit. Sie enthält verschiedene Proteine und Öle. Die Proteine sind reaktionsfreudig und können Fremdstoffe an sich binden. Die enthaltenen Öle sorgen für die richtige Konsistenz der Flüssigkeit und halten die Hornhaut des Auges geschmeidig. Ferner enthält die Tränenflüssigkeit keimtötende Stoffe, was wiederum dem Schutz des Auges dient. Tränen breiten sich umgehend im gesamten Auge aus.

Wie entstehen Tränen?

Der Tränenapparat liegt paarig angeordnet seitlich der Nasenwurzel. Darin befinden sich die Tränendrüsen. Sie entwickeln die durchsichtige Flüssigkeit, welche über den Tränenkanal an den Rand des Auges transportiert wird. Durch den Lidschlag wird eine winzige Portion der Träne aus dem Kanal herausgedrückt. Über das untere und obere Tränenpünktchen tritt das Sekret hervor und benetzt das Auge. Als Auslöser für die vermehrte Produktion von Tränenflüssigkeit können einerseits Freude (Freudentränen) oder Trauer (Weinen) gelten. Doch auch zugige Luft, kalte Temperaturen und Dampf können Tränen auslösen. Der Blick in extrem helles Licht erhöht die Frequenz des Lidschlages und lässt die Augen ebenfalls tränen.

Welche Funktionen erfüllen Tränen?

Mit jedem Wimpernschlag verteilt sich die Tränenflüssigkeit über das Auge. So sorgen Tränen dafür, dass das Auge stetig benetzt und generell erfrischt wird. Schmutz und kleinere Staubpartikel werden von der Flüssigkeit umhüllt und zum seitlichen Augenrand abgeleitet. Dort gelangt das verunreinigte Sekret in den Tränensack, das Auge ist wieder sauber. Neben der Benetzungs- und Reinigungsleistung dienen Tränen auch dazu, das emotionale Befinden anzuzeigen. Bei Trauer produzieren die Tränendrüsen große Mengen Tränenflüssigkeit. Doch auch bei großer Freude können sich die kleinen Tröpfchen bilden. Nicht selten folgen einem herzhaften Lachen regelrechte Freudentränen.

Worauf können tränende Augen hinweisen?

Tränende Augen werden von vielen Menschen als sensible Schwachstelle wahrgenommen. Gerade Frauen oder Kontaktlinsenträger empfinden es als lästig, wenn das Auge tränt. Viele reagieren damit auf eine übermäßige Reizung durch die Umgebung oder durch bestimmte Stoffe bei Unverträglichkeiten. So zeigen sich manche Allergien bezüglich einzelner Pflegeprodukte an einer vermehrten Tränenproduktion. Doch auch Nervosität oder psychische Belastungen können den Tränenfluss erhöhen. Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass eine Schilddrüsenerkrankung im Zusammenhang mit einer vermehrten Tränenproduktion stehen kann. Schilddrüsenhormone wirken erweiternd auf die Gefäßwände. Wenn hier eine Störung vorliegt, kann sich dies durch tränende Augen zeigen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.