Operative Entfernung der Gaumenmandeln

Gesundheitslexikon: Tonsillektomie (Mandelentfernung)

Mandeloperationen bei Kindern

24. Februar 2020 - 13:11 Uhr

Tonsillektomie: Die Mandelentfernung ist eine nicht ganz ungefährliche Operation

Die Tonsillektomie ist noch immer eine der häufigsten Operationen im HNO-Bereich, vor allem bei Kindern. Sie birgt jedoch einige Risiken, von denen Sie wissen sollten.

Was ist eine Tonsillektomie?

Unter einer Tonsillektomie versteht man die vollständige chirurgische Entfernung der Gaumenmandeln. Schon seit circa 3.000 Jahren werden operative Eingriffe an den Mandeln vollzogen. Vor allem bei Kindern wird die Tonsillektomie oft durchgeführt, da die Mandeln zwischen dem dritten und zehnten Lebensjahr die größte immunologische Aktivität betreiben. Aber auch Erwachsene können sich einer Tonsillektomie unterziehen. Wichtig ist eine ausführliche Aufklärung über Operation, Risiken und Narkose durch die Ärzte. Eine Mandelentfernung ist nur dann sinnvoll, wenn der gesundheitliche Nutzen die Risiken überwiegt.

Wann wird eine Tonsillektomie durchgeführt?

Die Mandelentfernung erfolgt, wenn folgende Gegebenheiten auf den Betroffenen zutreffen:

  • mehr als sechs Mandelentzündungen pro Jahr
  • mehr als die Hälfte der Mandelentzündungen wurden antibiotisch behandelt
  • Abszesse in den Gaumenmandeln, die trotz Therapie nicht abheilen
  • Verdacht einer malignen Entartung der Gaumenmandeln

Mehrere Studien belegen, dass eine Tonsillektomie unter sechs Jahren nicht sinnvoll ist, da die Gaumenmandeln bis zu diesem Alter eine wichtige Funktion der Immunabwehr einnehmen. Eine Entfernung des lymphatischen Rings führt in vielen Fällen zu einem sogenannten Nachwachsen.

Wie läuft eine Tonsillektomie ab?

Nach einer mindestens sechsstündigen Nüchternphase wird ein venöser Zugang gelegt, über den der Patient Schmerzmittel und gegebenenfalls vorbeugend Antibiotikum sowie ein erstes Sedativum zum Einschlafen erhält. Per Atemmaske wird dann die weitere Narkose eingeleitet und die Operation beginnt. Der Kopf wird nach unten gelegt und der Unterkiefer mittels Haken offen gehalten. Nun gibt es zwei verschiedene Verfahren: Bei der sogenannten kompletten Tonsillektomie werden mit einem scharfen Messer beide Mandeln entfernt. Bei einer Teilentfernung wird die äußere Gewebehülle der Mandeln im Rachen belassen und nur der innere Teil entfernt, was weniger Blutungen und kleinere Wunden bedeutet.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Neben allgemeinen, aber seltenen Operationsrisiken wie allergischen Reaktionen gegenüber den verwendeten Medikamenten ist insbesondere das Blutungsrisiko eine nicht zu unterschätzende Nebenwirkung. Im Halsbereich versorgen viele Gefäße die Organe. Nachblutungen können nicht von außen komprimiert, sondern müssen in einer erneuten Operation gestillt werden. Besonders bei Kindern ist dies sehr gefährlich, da das Gesamtblutvolumen deutlich geringer ist. Das größte Blutungsrisiko besteht in der ersten Woche nach der Operation. In den ersten beiden Tagen sind die Gefäße noch sehr verwundbar durch den Eingriff, nach etwa einer Woche lösen sich die Krusten im Hals. Die Wunden mit einer Größe von bis zu fünf Zentimetern haben ein enormes Blutungspotenzial.

Was sollte man beachten?

Nach der Tonsillektomie sollten Patienten alles unterlassen, was zu einer übermäßigen Durchblutung führen und somit späte Nachblutungen auslösen kann. Dazu zählen vor allem folgende Tätigkeiten:

  • Sport
  • Über-Kopf-Arbeiten
  • Treppensteigen
  • Vollbäder
  • Sauna
  • langes, heißes Duschen

Auch heiße Speisen und Getränke sind möglichst zu vermeiden. Außerdem sollten Sie in den Tagen nach der Entlassung die Schmerztherapie mit Schmerzmitteln fortsetzen. Um übermäßige Schmerzen zu umgehen, können Patienten auf Folgendes verzichten:

  • scharfe Speise
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • Fruchtsäfte
  • Frischobst

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.