Gesundheitslexikon: Sterilisation (Sterilität)

29. November 2018 - 15:54 Uhr

Sterilisation: Hygieneverfahren zur Entkeimung

Sterilisation ist ein Begriff, der sowohl eine spezielle Art der Empfängnisverhütung als auch ein Hygieneverfahren beschreibt. In diesem Artikel schauen wir uns den hygienischen Aspekt näher an. Die Hygiene hat in jedem Haushalt und besonders in medizinischen Einrichtungen eine immense Bedeutung für die Bekämpfung und Verhinderung von Infektionskrankheiten und die Verhinderung von Lebensmittelvergiftungen. Dazu erklären wir, wie hygienische Verhältnisse durch Sterilisation geschaffen werden können. Außerdem beschreibt der Artikel, was Sterilisation bedeutet, welche Verfahren dabei zur Anwendung kommen und wie diese funktionieren.

Was ist Sterilisation im hygienischen Sinne?

Im Rahmen der Hygiene wird der Begriff Sterilisation allgemein für die Entkeimung von Gegenständen, Lebensmitteln und anderen Materialien verwendet. Dabei erlangen die behandelten Gegenstände eine gewisse Sterilität durch die starke Reduzierung der Keimanzahl. Die vollständige Sterilität der Materialien ist jedoch nicht zu erreichen. Eine Probe gilt dann als steril, wenn in einer Million Einheiten des Sterilisierguts nur ein vermehrungsfähiger Keim zurückbleibt. Zur Abtötung von Mikroorganismen gibt es verschiedene physikalische und chemische Verfahren, die unter anderem in Abhängigkeit zur Stabilität des zu behandelten Materials angewendet werden.

Sterilisationsverfahren - Dampfsterilisation

Die Dampfsterilisation ist ein Verfahren, welches durch Erzeugen von Wasserdampf unter hohem Druck durchgeführt wird. In Krankenhäusern, Labors und medizinischen Einrichtungen ist es das Standardverfahren zur Sterilisation. Das gleiche Verfahren wird auch zur Haltbarmachung von Lebensmitteln in Gläsern oder Konservendosen angewendet. Die zu sterilisierenden Gegenstände, Lebensmittel oder Füllgüter werden in Autoklaven (Druckbehältern) auf 121 bis 135 Grad Celsius von zwei bis drei Bar in Wasserdampf erhitzt. Je höher Druck und Temperatur sind, desto weniger Zeit muss für die Sterilisation aufgewendet werden. Die einzelnen Keime sind unterschiedlich temperaturempfindlich. Für die Bekämpfung von Prionen sind beispielsweise Temperaturen ab 132 Grad erforderlich.

Sterilisationsverfahren - Heißluftsterilisation

Bei der Heißluftsterilisation werden die Gegenstände durch trockene, heiße Luft sterilisiert. Metallische Gegenstände, die im Labor für mikrobielle Arbeiten genutzt werden, können bis zur Rotglut bei 500 Grad ausgeglüht werden. Des Weiteren gehört zur Heißluftsterilisation auch das Flambieren (kurzes Ziehen der Gegenstände durch die Flamme). Glas, Porzellan oder Metalle können auch bei verschiedenen Temperaturen ab mindestens 160 bis 180 Grad Celsius erhitzt werden. Dazu stehen solche Geräte wie Heißluft-Sterilisationsschränke, Heißluft-Sterilisationstunnel oder konventionelle Heizungen zur Verfügung. Außerdem kann die Heißluft eingedüst oder als Laminar-Flow-Heißluft angewendet werden. Eine Heißluftsterilisation ist nur bei materialbeständigen Gegenständen möglich.

Sonstige Verfahren zur Sterilisation

Neben diesen Hauptverfahren gibt es noch eine Vielzahl von weiteren Sterilisationsverfahren, die aber nur unter speziellen Bedingungen angewendet werden. Dazu zählen unter anderem die fraktionierte Sterilisation und mehrere chemische sowie physikalische Sterilisationsmethoden. Die fraktionierte Sterilisation wird bei Keimen mit hitzeresistenten Stadien angewendet. Dabei erfolgt mehrere Tage hintereinander eine zeitweise Erhitzung bis auf 100 Grad und dazwischen eine Lagerung bei Raumtemperatur, bis alle Mikroorganismen in ihrer hitzeempfindlichen Phase abgetötet sind. Die chemische Sterilisation mit oxidierenden Stoffen wird bei hitzeempfindlichen Materialien angewendet. Erwähnt werden sollen noch die physikalischen Verfahren Hochdrucksterilisation, Strahlensterilisation, Plasmasterilisation oder Sterilfiltration.