Gesundheitslexikon: Proktologie

29. November 2018 - 15:50 Uhr

Proktologie – vorbeugen und behandeln von delikaten Problemen

Wenn der Gang zum Proktologen ansteht, weist der Patient meist schon eine lange Leidensgeschichte auf. Schließlich ist die Analregion mit solchen Vorbehalten besetzt, dass darüber sogar Schmerzen und Probleme einfach ausgesessen werden. Dabei handelt es sich bei der Proktologie um eine hochspezialisierte Wissenschaft, die für Betroffene schnelle Hilfe bieten kann.

Was ist die Proktologie?

Die Proktologie ist ein medizinisches Fachgebiet. Der Proktologe befasst sich dabei speziell mit Problemen und Erkrankungen im Bereich des Enddarms. Dazu gehören der Grimmdarm, der Mastdarm sowie der Analkanal und die Region des Afters. Die Proktologie ist eine Zusatzweiterbildung einer Facharztausbildung. Um als Proktologe praktizieren zu dürfen, muss der ausgebildete Arzt eine Weiterbildung in diesem Bereich von mindestens einem Jahr Dauer absolvieren und eine entsprechende Prüfung ablegen. Erst dann darf er die Zusatzbezeichnung tragen und beispielsweise eine proktologische Praxis leiten oder im Bereich der Proktologie eines Krankenhauses praktizieren.

Wann kann die Proktologie helfen?

Die Proktologie kann immer dann helfen, wenn Probleme im Bereich von Darm und After vorliegen. Dazu zählen beispielsweise Feigwarzen, Hämorrhoidalleiden (vergrößerte oder verletzte Hämorrhoiden, die weitere Probleme verursachen), Analfissuren, Analabszesse und Analfisteln (Einrisse in die Afterschleimhaut, die zu Vereiterungen führen), eine Perianalthrombose (Blutgerinnsel im Bereich der Hämorrhoiden), Analekzeme, Karzinome im Areal des Analkanals oder am unteren Darmabschnitt sowie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa). Auch bei der Stuhlinkontinenz, also bei Problemen, den Stuhl im Darm einbehalten zu können, ist ein Arzt der Proktologie der richtige Ansprechpartner. Ebenso wird ein Proktologe hinzugezogen, wenn Fremdkörper aus dem Analkanal entfernt werden sollen.

Wie kann die Proktologie helfen?

Der Vorteil der Proktologie ist, dass sie fachübergreifend angelegt ist. Wer sich also in die Hände eines Proktologen begibt, erhält hier zumeist eine Diagnose sowie auch die geeigneten Therapiemaßnahmen. Die meisten Proktologen kommen aus dem Bereich der Chirurgie. Sie können daher nicht nur das Krankheitsbild bestimmen, sondern auch direkt therapeutisch behandeln. Andere Ärzte der Proktologie haben eine weitere Zusatzausbildung der Gastroenterologie. Dies befähigt sie, komplexe Krankheitsbilder des gesamten Magen-Darm-Traktes zu beherrschen. Die meisten proktologischen Probleme können direkt vom Proktologen behandelt werden, sodass keine Weiterüberweisung, beispielsweise in eine chirurgische Praxis, nötig ist.

Wann sollte man einen Arzt der Proktologie aufsuchen?

Zumeist ist dieses Themengebiet mit Scham besetzt. Nicht immer werden die Symptome von Betroffenen richtig gedeutet, sodass es zu einer Verschleppung kommen kann. Die häufigsten Krankheitszeichen sind bei vielen Patienten Wundsein, Brennen beim Stuhlgang und ein Juckreiz der Afterregion. Auch lästiges Nässen, ein feuchter After oder Schmerzen (auch ohne Stuhlgang) können Hinweise auf eine proktologische Erkrankung sein. Zeigen sich Knoten oder treten Blutungen auf (sichtbar beispielsweise am Toilettenpapier), fühlt man einen Druck im Damm oder hat das Gefühl, die Entleerung verläuft nur unvollständig, dann sollte ein solcher Facharzt aufgesucht werden. Die Abgrenzung zu urologischen oder gynäkologischen Problemen ist dabei fließend.