Nächtliches Wasserlassen kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen

Gesundheitslexikon: Nykturie

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23. Oktober 2019 - 12:56 Uhr

Nykturie – wenn der Schlaf durch nächtlichen Harndrang gestört wird

Nicht mehr durchschlafen zu können und nachts zur Toilette zu müssen, ist lästig. Wenn das jede Nacht einmal oder öfter passiert, spricht man von Nykturie. Sie verhindert nicht nur einen erholsamen Schlaf, sie kann auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein.

Was ist eine Nykturie?

Wenn man in der Nacht aufwacht, weil die Blase drückt und man erst weiterschlafen kann, nachdem man sie entleert hat, so nennt man das Nykturie. Diese Bezeichnung gilt allerdings erst ab einer nächtlichen Häufigkeit von mehr als ein- bis zweimal. Was Betroffene am meisten dabei belastet, ist die Unterbrechung des Schlafes. Meist ist man morgens nicht erholt, weil der Schlaf nicht seinem Rhythmus folgen kann und die Schlafphasen unterbrochen werden. Ältere Menschen sind häufig von Nykturie betroffen, ebenso wie Schwangere.

Ursachen des nächtlichen Harndrangs

Nykturie kann viele verschiedene Ursachen haben. Eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme am Abend kann bereits für nächtlichen Harndrang sorgen. Manchmal ist auch eine Schwangerschaft der Grund dafür. Oft verursacht der natürliche Alterungsprozess des Körpers Nykturie. Die Nieren können dann den Harn nicht mehr so gut konzentrieren, die Blasenkapazität verringert sich und die Fähigkeit der Blase, sich an eine höhere Menge von Harn anzupassen, lässt nach. Außerdem kann Nykturie auch von verschiedenen Krankheiten ausgelöst werden, wie beispielsweise einer Blasenentzündung, Niereninsuffizienz, Diabetes oder Herzinsuffizienz.

Symptome

Typisch für die Nykturie ist, dass man nicht durchschlafen kann, nachts aufwacht und starken Harndrang verspürt. Die Betroffenen können nicht wieder einschlafen und müssen das Bett verlassen, um die Blase zu entleeren. Dadurch ist der Schlafrhythmus gestört. Das führt dazu, dass man am Morgen nicht erholt aufwacht. Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen können nur einige von vielen Folge sein. Manchmal kommt es zu depressiven Verstimmungen. Bei älteren Menschen, die nicht mehr so sicher auf den Beinen sind, besteht zusätzlich noch Sturzgefahr.

Diagnose

Der Arzt wird zuerst klären, wie oft der Betroffene nachts zur Toilette muss und welche Beschwerden neben dem nächtlichen Harndrang noch vorhanden sind. Weiterhin wird er nach der täglich aufgenommenen Flüssigkeitsmenge fragen. Da die Nykturie auch ein Symptom von Krankheiten sein kann, müssen eventuell vorhandene Störungen im Organismus herausgefunden werden. Dazu werden Blut und Urin untersucht, mittels EKG die Herzfunktion überprüft oder mit dem Ultraschall Nieren und Prostata kontrolliert. Die Ergebnisse geben Aufschluss über die Ursache der Nykturie.

Behandlung der Nykturie

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei Schwangeren gibt sich die Nykturie nach der Entbindung meist von selbst wieder. Ist eine Erkrankung der Auslöser, kann nach deren Behandlung der nächtliche Harndrang nachlassen. Eventuell ist eine Verbesserung möglich, wenn man die Flüssigkeitsaufnahme am Abend einschränkt. Auch das Hochlegen der Beine in der Nacht kann helfen. Weiterhin kommt eine medikamentöse Behandlung in Frage, bei der jedoch sorgfältig die Nebenwirkungen gegenüber dem Therapieerfolg abzuwägen sind. In manchen Fällen kann Blasentraining eine Verbesserung erzielen. Vorbeugung gegen nächtlichen Harndrang ist nicht möglich. Wichtig ist, frühzeitig die Ursache der Nykturie vom Arzt abklären zu lassen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.