Bösartige Erkrankung der Nieren

Gesundheitslexikon: Nierenkrebs (maligner Nierentumor)

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23. Oktober 2019 - 11:15 Uhr

Nierenkrebs wird oft zufällig entdeckt

Nierenkrebs kommt vergleichsweise selten vor – er macht lediglich zwei Prozent aller Krebserkrankungen in den modernen Industrienationen aus. Das Durchschnittsalter für eine Neuerkrankung liegt bei etwa 70 Jahren. Wird der Tumor rechtzeitig erkannt, bestehen Heilungsaussichten.

Was ist Nierenkrebs?

Beim Nierenkrebs (maligner Nierentumor) handelt es sich um eine bösartige Wucherung, die an oder in der Niere entsteht. Sie kann von diversen Zelltypen ausgehen und ein invasives Wachstum zur Folge haben. Die meisten Betroffenen laborieren an einem einseitigen Geschwür; selten sind beide Nieren betroffen. Meist bildet es sich am unteren Rand der Niere und wächst Richtung Becken. Die Nieren zählen zu den am besten durchbluteten Organen. Deshalb können sich die bösartigen Zellen schnell in anderen Arealen des Körpers ausbreiten und bösartige Metastasen bilden. Lunge, Knochen, Gehirn und Leber sind dabei am häufigsten betroffen.

Ursachen und Symptome von Nierenkrebs

Die Ursachen sind weitestgehend unbekannt. Dennoch gibt es einige erworbene Risikofaktoren: Nikotinkonsum, Übergewicht, fetthaltige Ernährung und erhöhter Alkoholkonsum. Der Nierenkrebs kann auch aus einer chronischen Nierenschwäche, Missbrauch von Schmerzmitteln oder durch zu geringe Flüssigkeitszufuhr entstehen. Die Anzeichen von Nierenkrebs sind in den meisten Fällen unspezifisch. So können Fieber, Müdigkeit und Gewichtsverlust mit Nierenkrebs einhergehen. Erste Indizien können auch Blut im Urin und seitliche Rückenschmerzen darstellen. Genauso gut ist es möglich, dass die Krankheit lange symptomlos verläuft und die Diagnose zufällig erfolgt.

Diagnose

Die Diagnose eines malignen Nierentumors erfolgt in den meisten Fällen eher zufällig – im Rahmen anderer Untersuchungen. Wenn der Patient jedoch bereits unter potenziellen Symptomen leidet, kann eine Ultraschalluntersuchung Aufschluss über einen möglichen Nierenkrebs geben. Auch eine Computertomografie (CT) wird häufig eingesetzt. Bei diesen Verfahren können meist schon die Größe und Lage eines Tumors festgestellt werden. Darüber hinaus können auch Laboruntersuchungen von Blut und Urin die Diagnose klären. Dabei spielen vor allem veränderte Nierenfunktionswerte in den Proben eine Rolle.

Therapie

Die Behandlung von Nierenkrebs richtet sich nach dem individuellen Stadium sowie dem Zustand des Patienten. Eine vollständige Heilung kann nur durch operative Maßnahmen erfolgen. Hierbei wird das Organ partiell oder vollständig entfernt. Eine medikamentöse Therapie kann eine unterstützende Wirkung haben und etwaige Metastasen eindämmen oder verhindern. Auch Strahlentherapien können sich als sinnvolle Maßnahme erweisen. Hierbei sollen vor allem die vordergründigen Beschwerden, die den Alltag des Betroffenen belasten, gelindert werden. Eine Chemotherapie eignet sich hingegen kaum, um den malignen Nierentumor auszumerzen.

Prävention

In der Schulmedizin ist keine Patentmaßnahme bekannt, die dem Nierenkrebs vorbeugt. Dennoch besteht die Möglichkeit, einige Risikofaktoren, die das Entstehen eines Tumors forcieren können, zu umgehen. Hierzu gehören zum einen der Verzicht auf Nikotin und zum anderen ein gemäßigter Alkoholkonsum. Darüber hinaus wirkt auch eine beständige Flüssigkeitszufuhr der Krebsbildung entgegen, da somit nicht nur der Stoffwechsel angeregt, sondern auch die Niere permanent durchgespült wird. Zudem sollten Personen, die zur Risikogruppe gehören, ab dem 45. Lebensjahr eine jährliche Ultraschalluntersuchung der Nieren vornehmen lassen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.