Anzahl der Todesfälle in einem bestimmten Zeitraum

Gesundheitslexikon: Mortalität

Mortalität ist ein statistischer Grundbegriff aus der Demografie und der Epidemiologie
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25. November 2019 - 10:54 Uhr

Mortalität - eine wichtige statistische Größe

Mortalität und Letalität sind wichtige statistische Größen aus dem Bereich der Demografie. Obwohl beide Begriffe meist synonym zum Begriff Sterblichkeit verwendet werden, stellen sie nicht exakt dasselbe dar, wie im Folgenden auch gezeigt wird. Die Bestimmung der Mortalität besitzt für viele Bereiche der Gesellschaft eine große Bedeutung. Das gilt für die Medizin genauso wie für Wirtschaft, Verkehr, Sozialwesen und viele weitere Bereiche. Die Differenzierung der Mortalität in verschiedene Formen ist der beste Ausdruck dafür. Wir erklären, was Mortalität ist, wer sie bestimmt, wie sie erhoben wird und warum ihre Kenntnis so wichtig ist.

Was ist Mortalität?

Die Mortalität ist als Anzahl der Todesfälle von 1.000 Individuen einer bestimmten Population zu einem bestimmten Zeitraum, der meist ein Jahr umfasst, definiert. Dabei werden die spezifischen Mortalitätsraten einzelner Bevölkerungsgruppen mit gleichen Eigenschaften bestimmt. Die Eigenschaften betreffen beispielsweise Alter, Krankheiten oder Todesursachen. Dabei werden unter anderem rohe, altersspezifische, krankheitsspezifische und fallspezifische Mortalitätsraten unterschieden. Die rohe Mortalitätsrate bezieht sich auf die Sterblichkeit in der Gesamtbevölkerung. Mortalität ist jedoch nicht ausschließlich von Krankheit und Alter abhängig, sondern kann auch durch Unfälle, Tötungsdelikte oder Suizide bestimmt werden. Bei Krankheiten spielt zudem die Letalität (Tödlichkeit) eine Rolle: Die Mortalität wird hier aus den Todesfällen bestimmt, die auf die Anzahl der Neuerkrankungen auftreten.

Wer bestimmt die Mortalität?

Die Mortalität wird für jeden Bereich der Gesellschaft durch die zentrale Erhebung der Daten vom Statistischen Bundesamt bestimmt. Dabei werden neben den Todesursachen auch Alter, spezifische Situation, Beruf und vieles mehr betrachtet. Dadurch ist es möglich, das durchschnittliche Sterberisiko in den einzelnen Bevölkerungspopulationen abzuschätzen. Beispielsweise erfolgen in Krankenhäusern die Erfassung der Sterblichkeit bei verschiedenen Erkrankungen und die Zahl der Neuerkrankungen. Das kann zur Bestimmung der Mortalitätsrate dieser Erkrankung in verschiedenen Teilen der Bevölkerung genutzt werden. Auch die Erfassung der Säuglings- oder Müttersterblichkeit wird über die Datenerhebung im medizinischen Bereich ermöglicht.

Wie wird die Mortalität bestimmter Bevölkerungsgruppen bestimmt?

Das Statistische Bundesamt erhebt und sammelt Daten aus jedem Bereich der Gesellschaft - dazu zählen auch Krankheiten, Unfälle, Gewaltverbrechen und Todesfälle. Die Todesfälle werden unter anderem in Beziehung zu besonderen Ereignissen, Erkrankungen sowie dem Alter und dem Geschlecht gesetzt. Der prozentuale Anteil der bestimmten Erkrankungen an den Todesfällen wird aus Arztberichten ersichtlich. Auch der Zeitraum von der Diagnostizierung einer Erkrankung bis zum Tod kann aus den Krankenberichten erfasst werden. Schließlich fließen in die statistischen Betrachtungen auch sonstige Todesfälle ein. Aus diesen Daten wird die Mortalität mittels komplizierter mathematischer Berechnungen ermittelt.

Warum wird die Mortalität ermittelt?

Die Ermittlung der Mortalität innerhalb der verschiedenen Bevölkerungspopulationen trägt unter anderem zum Verständnis der Populationsdynamik bei. Des Weiteren stellt die Mortalitätsrate einen wichtigen Faktor in der Risikoanalyse dar. Dabei geht es speziell um die minimale endogene Mortalität, die das minimalste (unvermeidliche) Risiko einer bestimmten Technologie darstellt, tödlich zu verunglücken. Außerdem können bestimmte äußere Faktoren bezüglich ihres Einflusses auf die Mortalitätsrate analysiert werden. Dazu zählen neben Umweltkatastrophen, Ernährung, Arbeit, Arbeitsschutz, Verkehr oder politischen Unruhen auch die Qualität der medizinischen Versorgung, genetische Faktoren, Impfungen oder gesundheitliche Aufklärung.