Eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit

Gesundheitslexikon: Lyme-Borreliose (Lyme-Krankheit)

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8. Oktober 2019 - 10:35 Uhr

Gefahr durch Zecken: Lyme-Borreliose

Lyme-Borreliose wird meist durch Stiche infizierter Zecken übertragen. Die Erkrankung verläuft in mehreren Stadien und kann für die verschiedensten Krankheitserscheinungen verantwortlich sein.

Was ist eine Lyme-Borreliose?

Die Lyme-Krankheit ist eine Infektionskrankheit, die in der Regel durch einen Zeckenstich verursacht wird. Verantwortlich dafür sind das Bakterium "Borrelia burgdorferi" oder verwandte Borrelienarten, die im Verdauungstrakt verschiedener Zeckenarten anzutreffen sind. Lyme-Borreliose kommt auf der ganzen Welt vor, die Zahl der infizierten Zecken schwankt regional jedoch beträchtlich. In Süddeutschland ist die Gefahr einer Infektion deutlich höher als im Norden des Landes. Da Zecken überwiegend in der warmen Jahreszeit aktiv sind, erfolgt eine Ansteckung meist in der Zeit von Frühjahr bis Herbst.

Ursachen

Sobald die Temperatur über acht Grad Celsius steigt, besteht bei Aktivitäten in der freien Natur die Gefahr, eine Zecke mit nach Hause zu bringen. Das winzige Spinnentier sticht an einer gut durchbluteten Hautstelle zu und beginnt Blut zu saugen. Trägt es Borrelien in sich, wandern diese vom Darm in die Speicheldrüsen der Zecke und gelangen so ins Blut des menschlichen Wirts. Die Ansteckungsgefahr ist dabei umso höher, je länger die Zecke ihre Mahlzeit einnehmen kann. Einmal in der Blutbahn angekommen, verbreiten sich die Borrelien im Körper und lösen dort eine Reihe von Entzündungen aus.

Symptome

Die Lyme-Borreliose kann verschiedene Organe befallen und vielfältige Beschwerden verursachen, die nicht immer leicht einzuordnen sind. Typischerweise verläuft die Erkrankung in drei Stadien: Als erstes Symptom bildet sich Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich eine kreisförmige Hautrötung aus, die sich langsam im Durchmesser vergrößert und in der Mitte verblasst. Dazu kommen häufig Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen. Im fortschreitenden Stadium befallen die Borrelien das Nervensystem und verursachen Lähmungserscheinungen oder Gefühlsstörungen. Geht die Lyme-Borreliose ins chronische Stadium über, treten Gelenkentzündungen, Hautveränderungen und selten auch Gehirn- und Rückenmarkentzündungen auf.

Diagnose

In vielen Fällen kann der Arzt die Diagnose bereits aufgrund der typischen Hautrötung stellen. Auch wenn dieses charakteristische Symptom fehlt, liegt beim Auftreten von Fieber oder Muskel- und Gelenkschmerzen nach einem Zeckenstich der Verdacht auf eine Lyme-Borreliose nahe. Zum Nachweis von Antikörpern gegen Borrelien wird der Arzt eine Blutuntersuchung veranlassen, die allerdings nicht immer einen eindeutigen Befund ergibt. Insbesondere bei neurologischen Beschwerden ist eine Punktion des Rückenmarkskanals sinnvoll. Die Untersuchung des Gehirnwassers auf Antikörper und Entzündungszellen kann weitere Anhaltspunkte liefern.

Behandlung/Vorbeugung

Weisen die Symptome klar auf eine Lyme-Borreliose hin oder wurde die Diagnose durch weiterführende Untersuchungen gesichert, wird der Arzt die Behandlung mit einem Antibiotikum einleiten. Setzt diese frühzeitig ein, ist die Aussicht auf eine schnelle und folgenlose Heilung sehr groß. Das Antibiotikum muss in der Regel zwei bis drei Wochen lang eingenommen werden. Ein Impfstoff gegen Lyme-Borreliose existiert noch nicht. Die beste Vorbeugung besteht darin, Zeckenstiche durch lange Kleidung und das Absuchen des Körpers nach einem Aufenthalt im Freien zu vermeiden. Rasches Entfernen einer bereits saugenden Zecke reduziert ebenfalls das Risiko einer Ansteckung.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.