Gesundheitslexikon: Humerus (Oberarmknochen)

29. November 2018 - 15:47 Uhr

Humerus – der starke Oberarmknochen

Der Oberarmknochen, einer der stärksten Knochen in menschlichen Körper, ist Hauptakteur bei zahlreichen Bewegungen, die man mit Armen und Schultern ausführen kann. Ohne ihn wäre vieles nicht möglich, was die Arme und der Oberkörper tagtäglich leisten. Doch trotz seiner Stärke ist er auch anfällig für Verletzungen und Erkrankungen, wenn ihm eine zu hohe Belastung zugemutet wird.

Was ist der Humerus?

Der Humerus ist einer der kräftigsten Knochen im menschlichen Skelett und befindet sich im Oberarm. Er verbindet die Schulter mit dem Unterarm und hat zahlreiche Aufgaben. Ohne den Oberarmknochen könnte man die Schulter und die Arme nicht bewegen. Kräftig ist er nicht nur in Bezug auf seine Stabilität und Belastbarkeit, sondern auch hinsichtlich seiner Statur. Mit seinen durchschnittlich 30 cm Länge, die natürlich je nach Körpergröße schwanken, ist er einer der längsten Knochen im Körper. In dieser enormen Länge liegt allerdings auch seine Schwäche. Denn obwohl er durch seinen röhrenförmigen Aufbau großer Belastung standhalten kann, sind Brüche am Oberarmknochen nicht selten.

Wie ist der Humerus aufgebaut?

Der Humerus besteht aus drei Teilen, dem oberen Ende, dem Schaft und dem unteren Ende. Der Kopf am oberen Ende liegt in der Gelenkpfanne des Schultergelenks und stellt die Verbindung zwischen Schulter und Ellbogen her. An den Kopf schließt sich der Hals an, wobei zwei Arten unterschieden werden: der anatomische und der chirurgische Hals. An Letzterem bricht der Knochen am häufigsten, wenn zu große Kräfte auf ihn einwirken. Am Schaft entlang verlaufen Nerven und setzen Muskeln und Sehnen an. Der Oberarmknochen ist röhrenförmig aufgebaut. In seinem Inneren befindet sich ein Kanal, der Knochenmark enthält. Außen wird er von dem Periost, der Knochenhaut, umhüllt.

Welche Aufgaben erfüllt der Humerus?

Der Oberarmknochen ermöglicht die Bewegung der Arme. Gemeinsam mit dem Schlüsselbein und dem Schulterblatt bildet der obere Teil des Humerus das Schultergelenk. Es gilt als das beweglichste Gelenk im ganzen Körper, da es den Armen zahlreiche Bewegungen in verschiedene Richtungen ermöglicht. Das ist darauf zurückzuführen, dass das Schultergelenk nur durch Muskeln und Bänder zusammengehalten wird und nicht durch feste knöcherne Strukturen. Am unteren Ende mündet der Humerus in das Ellbogengelenk. Hier bildet er mit der Elle das Humeroulnargelenk und mit der Speiche das Humeroradialgelenk. Dadurch sind Beugung, Streckung und Drehung des Unterarms möglich.

Erkrankungen und Verletzungen

Oberarmbrüche entstehen häufig am oberen Ende, unterhalb des Kopfes, am sogenannten chirurgischen Hals. Seltener kommt ein Bruch am unteren Ende des Knochens und am Schaft vor. Ein Schaftbruch wird durch große direkte Gewalteinwirkung verursacht, meist durch einen Schlag oder Aufprall. Neben den Frakturen sind Erkrankungen am Oberarmknochen möglich. Die häufigste ist der Tennisarm, seltener kommt der Golferellenbogen vor. In beiden Fällen entsteht eine schmerzhafte Sehnenentzündung, allerdings an verschiedenen Stellen. Von einer Schulterluxation – oder umgangssprachlich vom Auskugeln – spricht man, wenn der Kopf des Humerus aus dem Schultergelenk rutscht.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.