Gesundheitslexikon: Hornhaut (Hyperkeratose)

29. November 2018 - 15:55 Uhr

Normale vs. übermäßige Hornhautbildung

Jeder gesunde Mensch bildet an stark beanspruchten Hautstellen Hornhaut aus, die allgemein als Schutz vor mechanischen Belastungen dient. Eine übermäßig starke Hornhautbildung (Hyperkeratose) hingegen ist eher belastend und kann auch negative gesundheitliche Folgen haben. So können einer Hyperkeratose auch genetische Ursachen oder Krankheiten zugrunde liegen. Wir zeigen, welche Bedeutung Hornhaut für den Organismus hat und was bei dessen Überproduktion (Hyperkeratose) geschieht. Außerdem erklären wir die möglichen Ursachen einer Hyperkeratose, die auftretenden Beschwerden und die Behandlungs- und Vorbeugungsmöglichkeiten.

Was ist Hornhaut und was ist Hyperkeratose?

Die Bildung von Hornhaut ist ein normaler Prozess und wird als Verhornung der Haut bezeichnet. Verantwortlich hierfür sind sogenannte Keratozyten (Keratin bildende Zellen) sowie Corneozyten (Hornzellen). Bei ständiger mechanischer Beanspruchung eines bestimmten Hautareals durch Druck oder Reibung bilden die Keratozyten verstärkt das Protein Keratin, welches die Haut an dieser Stelle schützen soll. Dabei werden die an die Hautoberfläche gelangenden Keratozyten zu Hornzellen umgewandelt. Die meiste Hornhaut bildet sich an den Füßen, deren Haut durch den Druck des Körpergewichts besonders beansprucht wird. Bei einer verstärkten Ansammlung von Hornzellen an der Hautoberfläche mit der Bildung einer dickeren Hornschicht wird von Hyperkeratose gesprochen.

Ursache der Hyperkeratose

Die Hyperkeratose kann durch zwei Prozesse hervorgerufen werden. Zum einen ist eine beschleunigte Bildung von Keratozyten und Corneozyten möglich, zum anderen gibt es Prozesse, die eine Abschilferung der Hornzellen an der Hautoberfläche hemmen. Meist wird eine beschleunigte Bildung von Keratozyten und Corneozyten durch mechanische Reizung der Haut ausgelöst, die durch die Bildung von Keratin an dieser Stelle geschützt werden soll. Auch Vergiftungen mit Arsen, Einwirkung von UV-Strahlung, Hautinfektionen, Schuppenflechte, Hautentzündungen oder genetische Faktoren können die Bildung von Keratozyten beschleunigen und dadurch eine Hyperkeratose hervorrufen. Des Weiteren kann der Kontakt mit bestimmten chemischen Stoffen die Abschilferung von Hornzellen verhindern.

Die Symptome einer vermehrten Hornhautbildung

Eine Hyperkeratose zeigt sich durch eine ungewöhnliche Verdickung der oberen Hautschicht als Hornhaut. In dieser Hornhautschicht können sich Risse bilden, die möglicherweise Eintrittspforten für Krankheitserreger darstellen. Zudem kommt es oft vor, dass diese Stellen stark schmerzen. Ihre Entstehung deutet sich durch das Auftreten von Schwielen an. Durch die dicken Hornschichten kann es dazu kommen, dass gegenüberliegende Hautpartien einer stärkeren Reibung ausgesetzt sind und entsprechend Blutungen, Blasen oder weitere Hyperkeratosen hervorgerufen werden können. Die schmerzhaften, lokalen Hühneraugen, die mit einem Dorn trichterförmig ins Innere der Hautschichten ragen, stellen eine Form der Hyperkeratosen dar und können die Bewegung stark einschränken.

Diagnose, Behandlung und Vorbeugung

Die Hyperkeratose kann durch ein Ansehen leicht festgestellt werden, da die Verhornung bei dieser ungewöhnlich stark ausgeprägt. Die Behandlung richtet sich dann nach der jeweiligen Ursache: So ist zunächst die Beseitigung des Auslösers notwendig. Sollten beispielsweise enge Schuhe für die mechanische Beanspruchung verantwortlich sein, müssen diese durch passendes Schuhwerk ersetzt werden. Im Anschluss wird die stark verfestigte Hornhautschicht durch sogenannte Keratolytika (Keratin auflösende Stoffe) wie Harnstoff oder Salizylsäure aufgeweicht und mit Hilfe einer Hornhautraspel oder eines Bimssteins abgetragen. Hühneraugen müssen manchmal auch operativ entfernt werden. Zur Vorbeugung vor Hyperkeratosen wird die Vermeidung von mechanischen Hautreizungen empfohlen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.