Die knöchere Grundlage der Handwurzel

Gesundheitslexikon: Handwurzelknochen

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9. Oktober 2019 - 8:06 Uhr

Die Handwurzelknochen verbinden Unterarm und Mittelhand

Die menschliche Hand kann man grob in drei Abschnitte einteilen: die Finger, die Mittelhand mit Handfläche und Handrücken und die Handwurzel. Letztere stellt das knöcherne Bindeglied zwischen den Unterarmknochen Elle und Speiche und der Mittelhand dar. Die Handwurzel besteht aus mehreren kleinen Knochen, die auf der einen Seite gemeinsam mit der Speiche das Handgelenk bilden und für die Beweglichkeit der Hand sorgen. Auf der anderen Seite sind sie mit den Mittelhandknochen verbunden. Die einzelnen Knöchelchen sind puzzleartig in zwei Reihen eng aneinandergefügt.

Was sind die Handwurzelknochen?

Die Handwurzel (Carpus) wird von acht kleinen Knochen, die in zwei Reihen angelegt sind, gebildet.

Die körpernahe (proximale) Reihe besteht aus folgenden Knochen, von der Daumenseite ausgehend:

  • Kahnbein (Os scaphoideum)
  • Mondbein (Os lunatum)
  • Dreieckbein (Os triquetum)
  • Erbsenbein (Os pisiforme)

Die körperferne (distale) Reihe, ebenfalls beim Daumen beginnend, setzt sich aus diesen Knochen zusammen:

  • großes Vieleckbein (Os trapezium)
  • kleines Vieleckbein (Os trapezoideum)
  • Kopfbein (Os capitatum)
  • Hakenbein (Os hamatum)

Die Handwurzelknochen reihen sich mit ihren knorpeligen Gelenkflächen aneinander und werden durch Bänder fixiert. Sie stellen das Knochengerüst der Handwurzel dar.

Anatomie des Handwurzelknochens

Die Handwurzelknochen gehören zu den kurzen Knochen (Ossa brevia). Sie sind von ihrer Struktur her anders aufgebaut als die langen Knochen. So haben sie in ihrem Inneren keinen markgefüllten Hohlraum und sie verfügen über keinen Schaft. Ihre schwammartige Knochensubstanz sorgt für größtmögliche Stabilität. Von außen werden sie von der Knochenhaut, dem Periost", umhüllt. Zwischen den beiden Reihen besteht nur eine geringe Beweglichkeit, da Bänder sie sehr straff zusammenhalten. Sämtliche Knochen der Handwurzel haben ihren Namen von ihrem Aussehen erhalten. So ist beispielsweise das Erbsenbein klein und rund, das Kahnbein ähnelt einem Boot und das Mondbein ist halbmondförmig.

Funktion der Handwurzelknochen

Die Handwurzelknochen sind eine gelenkige Verbindung zwischen Mittelhand und Unterarm. Die distale (körperferne) Reihe, mit großem und kleinem Vieleckbein, Kopfbein und Hakenbein, bildet mit den Mittelhandknochen ein verzahntes Scharniergelenk mit eher geringer Beweglichkeit. Wesentlich flexibler ist das proximale (körpernahe) Handgelenk, das von Kahnbein, Mondbein, Dreieckbein und Erbsenbein mit dem Ende der Speiche gebildet wird. Dieser Teil ermöglicht die Streckung der Hand in Richtung Handrücken bis zu 70 Grad und die Beugung in Richtung der Handfläche bis zu 90 Grad. Außerdem kann es die Hand nach innen bis zu 20 und nach außen bis zu 40 Grad abspreizen.

Erkrankungen und Verletzungen

Die häufigste Erkrankung am Handgelenk ist das Karpaltunnelsyndrom. Dabei entsteht ein überhöhter Druck auf den Medianusnerv, der durch den Handwurzeltunnel verläuft. Die Folge sind Schmerzen, Missempfindungen und eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit. Das seltener vorkommende Loge-de-Guyon-Syndrom betrifft den Ulnarisnerv und die Arteria ulnaris, die durch eine Engstelle zwischen den Handwurzelknochen hindurchlaufen und dort gequetscht werden. Dabei kann es zu Bewegungs- und Sensibilitätsstörungen kommen. Als typische Verletzungen an der Handwurzel gelten Brüche oder Bänderrisse, die oft bei einem Sturz durch reflexartiges Abstützen mit der Hand entstehen. Am häufigsten bricht dabei das Kahnbein. Auch Absplitterungen sind möglich.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.