2018 M11 29 - 16:46 Uhr

Hamamelis (Zaubernuss) – die Pflanzenkraft aus Nordamerika

Hamamelis gehört zur Pflanzengattung der Zaubernussgewächse und ist auch unter dem Namen Zaubernuss bekannt. Während einige Arten als Zierpflanzen in Gärten und Parks vorkommen, werden nur wenige der Gewächse medizinisch verwendet. Die Spezies Hamamelis gehört dazu. Die Pflanze hat allerdings nichts mit Zauberei zu tun; ihre Heilkraft beruht auf der entzündungshemmenden Wirkung. Hamamelis wächst als Strauch oder kleiner Baum und kann eine Höhe von etwa sieben Metern erreichen. Die Rinde der Zaubernuss ist grau, ihre Blüten weisen eine gelbe oder rote Farbe auf und verbreiten angenehmen Duft. Hamamelis blüht im Herbst und bildet im darauffolgenden Sommer eiförmige Kapseln.

Vorkommen der Heilpflanze

Die Zaubernuss war ursprünglich in Nordamerika beheimatet, sie wird dort auch Virginische Zaubernuss genannt. Die Ureinwohner schätzen sie seit Jahrhunderten als Heilpflanze. Die frischen Blätter und Zweige der Pflanze wurden damals abgekocht und deren Auszüge zur Behandlung von Brandwunden und Verletzungen verschiedener Art genutzt. Im 19. Jahrhundert erlangte die Hamamelis-Pflanze die Aufmerksamkeit europäischer Einwanderer. Sie gaben der Pflanze wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem Haselnussstrauch den Namen Zaubernuss. In der Folge fand die Heilpflanze auch in Europa Anwendung. Heute kommt sie in allen gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre sowie in Ostasien vor.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Hamamelis sind die Gerbstoffe und ätherischen Öle. Sie befinden sich in der Rinde und in den Blättern der Heilpflanze. Zu den besonders wertvollen Gerbstoffen gehören die vor allem in der Rinde enthaltenen Tannine. Sie wirken sowohl entzündungshemmend als auch blutungsstillend. Darüber hinaus wurde in ersten Studien nachgewiesen, dass Tannine auch gegen Influenza-A- und Papilloma-Viren wirksam sind. Weitere Inhaltsstoffe der Zaubernuss sind die für ihre zellschützende Wirkung bekannten Flavonoide. Die Heilpflanze trägt zur Pflege rissiger, spröder und trockener Haut bei und vermag Juckreiz zu hemmen.

Hamamelis zur äußeren Anwendung

In Form von Salben, Cremes und Zäpfchen wird Hamamelis vorwiegend zur Behandlung von Hämorrhoiden und Analfissuren eingesetzt. Auch bei der Hauterkrankung Neurodermitis und leichten Schnittverletzungen kommt die Heilpflanze zur Anwendung. Sie kann kleinere Blutungen stoppen und die Heilung von Wunden anregen. Infolge ihrer venenstärkenden Wirkung wird Hamamelis auch zur Behandlung von Krampfadern verwendet. Die im Hamamelis-Wasser enthaltenen ätherischen Öle lindern sowohl Insektenstiche als auch Sonnenbrand und erfrischen die Haut. Als Lösung zum Gurgeln kommt die Zaubernuss bei Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens zum Einsatz.

Hamamelis zur inneren Anwendung

Die Heilpflanze kann zur Behandlung von Durchfall und entzündlichen Darmerkrankungen unterstützend eingesetzt werden. Hierzu eignen sich vor allem Extrakte sowie Tee. Für einen Tee werden die Blätter oder die Rinde der Zaubernuss verwendet. Darüber hinaus sind auch homöopathische Zubereitungen erhältlich. Dabei handelt es sich zumeist um Tropfen und Globuli in der Potenz D4 oder D6. Bei der Anwendung von Hamamelis treten nur selten Nebenwirkungen auf. Falls Sie einen empfindlichen Magen haben, kann es zu Übelkeit kommen. Bitte beachten Sie, dass gelegentlich auch leichte allergische Reaktionen wie etwa Rötungen der Haut möglich sind.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.