Verbreitete Methode zur Messung radioaktiver Strahlung

Gesundheitslexikon: Geigerzähler

14. August 2019 - 12:36 Uhr

Radioaktive Strahlung messen dank eines Geigerzählers

Ein Geigerzähler ist ein Teil eines Gerätes zur Messung von radioaktiver Strahlung. Umgangssprachlich werden aber auch Strahlungsmessgeräte als Ganzes als Geigerzähler bezeichnet. Der Geigerzähler wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfunden und hat somit neben der praktischen auch eine historische Bedeutung. Trotz des Alters und der Einfachheit der Erfindung steht der Geigerzähler bis heute an erster Stelle bei der Messung und Ortung von radioaktiven Substanzen. Der Geigerzähler wurde 1928 von Hans Geiger und seinem Assistenten Walther Müller in Kiel erfunden. Der Physiker Hans Geiger erlangte durch die Erfindung des Geiger-Müller-Zählrohres einen internationalen Bekanntheitsgrad und wurde im Lauf seiner weiteren Karriere zum Experten für die Messung radioaktiver Strahlung. Woher der Geigerzähler seinen Namen hat, wie er funktioniert und welchen Nutzen ihm in der Medizin zugerechnet wird, lesen Sie hier.

Was ist ein Geigerzähler?

Als Geigerzähler wird ein Detektor zur Messung von radioaktiven Teilchen bezeichnet. Die korrekte Bezeichnung für die Vorrichtung lautet Geiger-Müller-Zählrohr". Sie ist eigentlich nur ein Teil eines Strahlungsmessgeräts. Das Geiger-Müller-Zählrohr ist eine einfache Konstruktion, die sich die Eigenschaften radioaktiver Strahlung zunutze macht. Das Zählrohr besteht aus einer Metallhülle, durch die mittig ein Draht verläuft. Während die Metallhülle mit negativer Hochspannung versorgt wird, dient der mittig liegende Draht als Quelle für positive Hochspannung. Es entsteht ein elektrisches Feld innerhalb des Zählrohres. Dieses ist zusätzlich mit Edelgas befüllt. Eingehende Strahlung schießt nun Elektronen aus den Atomen des Edelgases heraus. Die negativ geladenen Elektronen werden vom positiv geladenen Draht angezogen. Trifft ein Elektron auf den Draht des Geigerzählers, so entsteht ein typisches, knackendes Geräusch.

Welche Bedeutung hat der Geigerzähler in der Medizin?

Der Geigerzähler wird in der Medizin zur Kalkulation des Strahlungsniveaus eines Menschen, der radioaktiver Strahlung ausgesetzt war, verwendet. Bei verstrahlten Patienten kann der Geigerzähler nützliche Informationen über das Ausmaß der Verstrahlung liefern. Das Verstrahlungsniveau kann jedoch über einen Geigerzähler nur grob eingeschätzt werden, da nur eine quantitative Einschätzung über den Becquerel-Wert möglich ist. Da sich das Messverfahren für eine qualitative Einschätzung nicht eignet, sind Kenntnisse über die genaue Art der Strahlenquelle und Dauer der Exposition sehr wichtig. Eine grobe Umrechnung des quantitativen Becquerel-Wertes in den qualitativen Millisievert-Wert kann ebenfalls nützlich für die weitere Prognose sein.

Welche weiteren Verwendungen gibt es in der Medizin?

Der Geigerzähler findet auch Verwendung in der Krebstherapie. Zur Einschätzung von Tumoren wird eine Weiterentwicklung verwendet, die als Gammasonde bezeichnet wird. Mithilfe der Gammasonde und einer injizierten radioaktiven Substanz können sogenannte Wächterlymphknoten ausfindig gemacht und auf Tumorzellen untersucht werden. Hierzu macht man sich das Wesen der Wächterlymphknoten zunutze: Wächterlymphknoten blockieren alle schädlichen Substanzen und verhindern so ein weiteres Eindringen von Pathogenen in den Körper. Neben Tumorzellen werden also auch radioaktive Substanzen aufgefangen und können über die Gammasonde erkannt werden. Nach einer operativen Entfernung können die Lymphknoten auf Tumorbefall untersucht werden und es kann eine genaue Einschätzung des Krankheitsstadiums erfolgen.