Abnorme Vergrößerung eines Körperteils

Gesundheitslexikon: Elephantiasis

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15. Juli 2019 - 15:14 Uhr

Elephantiasis ist vor allem in Entwicklungsländern verbreitet

Bei der Elephantiasis handelt es sich um eine pathologische Vergrößerung verschiedener Körperteile. Im Volksmund ist sie auch als Elefantenmann-Syndrom bekannt. Das Krankheitsbild gilt gemeinhin als unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich. Es kann die Lebensqualität jedoch deutlich einschränken. Menschen jeden Alters und Geschlechts können hieran erkranken. Während das Phänomen in der westlichen Welt verhältnismäßig selten vorkommt, kommt es zu vielen Erkrankungen in Entwicklungsländern

Was ist Elephantiasis?

In den meisten Fällen sind die Extremitäten, insbesondere die Beine, von der Elephantiasis betroffen. Doch auch auf die äußeren Geschlechtsteile kann sich die Erkrankung auswirken. Die abnorme Veränderung, die für Elephantiasis typisch ist, beruht auf einem Lymphstau. Circa jeder fünfte Betroffene laboriert an einer vorangegangenen Dysfunktion der Lymphgefäße. Diese sind für den Abbau von Sekreten und Giftstoffen zuständig. Durch die eingeschränkte Funktionalität kommt es jedoch zu Stauungen diverser Körperflüssigkeiten. Dies kann zu Schwellungen in den betroffenen Regionen führen. Die Schulmedizin unterscheidet zwischen einer angeborenen und einer erworbenen Form der Elephantiasis.

Ursachen einer Elephantiasis

Die angeborene Elephantiasis äußert sich nicht zwangsläufig im Säuglingsalter. Sie kann sich auch erst im Erwachsenenalter offenbaren. Auch Tumore, die sich an den Lymphgefäßen ansiedeln, können die Krankheit begünstigen. Des Weiteren kann die Elephantiasis aus einem mechanischen Traumata resultieren. Hierzu gehören Unfälle und ärztliche Kunstfehler, die durch Operationen auftreten können. Die erworbene Form, die überwiegend in Entwicklungsländern grassiert, entsteht durch Würmer. Diese siedeln sich in den Lymphgefäßen und Lymphknoten der Betroffenen an - dort legen sie ihre Eier. Andere Insekten, die hauptsächlich in den Tropen vorkommen, nehmen die Eier durch das Blutsaugen vom Menschen auf. Wenn nun ein anderer Mensch vom selben Tier gestochen wird, kann es zu einer Übertragung der zuvor aufgenommenen Eier kommen.

Symptome und Diagnose

Als erstes Anzeichen des Krankheitsverlaufes machen sich leichte Schwellungen und Rötungen der Haut bemerkbar. Des Weiteren kann es zu entzündlichen Reaktionen kommen - insbesondere bei der erworbenen Form. Weitere Begleiterscheinungen können Fieber und allgemeines Umwohlbefinden sein. Gigantisch weiche Schwellungen, die sich zunehmend verhärten, lassen sich im weiteren Verlauf auf den ersten Blick erkennen. Die Diagnose erfolgt in der hausärztlichen Praxis oder in stationärer Behandlung. Sie lässt sich anhand der sichtbaren Symptome erstellen. Auch kann der zuständige Arzt eine Anamnese durchführen, um potentielle Vorerkrankungen auszuschließen. Laboruntersuchungen können einer spezifischeren Diagnosenstellung dienen.

Therapie und Vorbeugung

Generell gilt: Die chronische Elephantiasis ist bislang unheilbar. Der Prozess kann jedoch verzögert werden. Je früher ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird, desto besser. Eine Linderung ist beispielsweise durch Physiotherapie, die eine Lymphdrainage einschließt, möglich. Kompressionsstrümpfe können Schwellungen an den Beinen entgegenwirken. Das Hochlegen der Beine unterstützt den Rückfluss der angestauten Sekrete. In einigen Fällen ist eine innere Medikation vonnöten - die Arzneien fördern das Abschwellen der betroffenen Extremitäten. Auch können somit Larven, die für die erworbene Elephantiasis verantwortlich sind, abgetötet werden. Die Betroffenen sollten zudem auf eine hinreichende Hygiene und Desinfektion achten. Bei Aufenthalten in tropischen Regionen sollten Sie Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um nicht von Mücken oder anderen Insekten gestochen zu werden. Durch die Verabreichung von Antibiotika lassen sich Infektionen frühzeitig verhindern.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.