Aromatische Carbonsäure

Gesundheitslexikon: Benzoesäure

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16. April 2019 - 12:53 Uhr

Längere Haltbarkeit durch den Konservierungsstoff Benzoesäure (E210)

Heutzutage wird ein Großteil unserer Lebensmittel unter Einsatz von Konservierungsstoffen haltbar gemacht. Diese können in natürlicher Form vorkommen oder aber synthetisch hergestellt sein. Neben Obst und Gemüse findet sich die Benzoesäure auch in Milchprodukten. Besonders bei der Anwendung solcher Konservierungsstoffe in der Industrie sollte man allerdings immer die für den Körper verträgliche Menge beachten, wenn man Lebensmittel mit solchen Zusätzen genießt.

Was ist Benzoesäure?

Die Benzoesäure ist ein Konservierungsstoff zur Verlängerung der Haltbarkeit von Lebensmitteln. Da solche Stoffe regelmäßig in ihrer Herstellung und Ausgestaltung durch die Europäische Union geprüft und reglementiert werden, erhalten sie dementsprechend eine Bezeichnung. Bei Benzoesäure lautet die EU-Zulassungsnummer E210. Bei der Inhaltsbeschreibung von Lebensmitteln kann der Inhaltsstoff anhand dieser Nummer identifiziert werden. Die Säure kommt in der Natur teilweise in Obst und Gemüse, allerdings nach einer Fermentation auch in Milchprodukten vor. Für die industrielle Verwendung wird in der Regel das synthetisch hergestellte E210 angewandt. Benzoesäure ist seit dem 16. Jahrhundert bekannt und wurde 1860 erstmals künstlich erzeugt.

Wo und wie kommt der Stoff vor?

Pflanzlich findet sich Benzoesäure vor allem in Früchten wie Preiselbeeren, Himbeeren und Pflaumen. Sie ist ebenfalls Bestandteil von Zimt und Nelken. Aufgrund des Fermentierungsprozesses kommt die Säure auch in Joghurt und Milch vor. Als farbloser Stoff besteht sie aus Kristallen in Blättchen- oder Nadelform. Als Grundlage werden verschiedene Derivate aus Benzoesäure erstellt. Dazu gehören Natriumbenzoat, Benzylbenzoat und Benzylperoxid, sogenannte Benzoate. Sie werden im Bereich der Konservierung eingesetzt, allerdings auch bei der Herstellung von Plastik oder als Bleichmittel. Pestizide beziehungsweise Milben und Zecken lassen sich ebenfalls mit diesen Derivaten bekämpfen. Synthetisch wird E210 auch als Aroma verwendet.

Verwendung der Säure

Anhand der Wirkungsweise werden hauptsächlich Lebensmittel mit dem Stoff konserviert. Allerdings wird die Säure auch bei der Konservierung von Kosmetika wie Parfüm oder Tabakprodukten eingesetzt. Zur Verhinderung von Schimmelpilzen wird sie oft mit Sorbinsäure kombiniert. Die antibakterielle Wirkung sowie die Hemmung von Hefebildung prädestinieren die Substanz schließlich zur Lebensmittelkonservierung. Neben eingelegtem Obst und Gemüse, Marmeladen, Konfitüren und Gelees werden Fischkonserven und Oliven mit E210 versehen. Es wird auch zur Haltbarmachung von Saucen und Ketchup sowie Wurst und Margarine angewandt. Der Einsatz bei Bio-Lebensmitteln ist allerdings aufgrund der synthetischen Herstellung untersagt.

Wirkung von Benzoesäure und wichtige Hinweise

Benzoesäure verhindert nicht nur den frühzeitigen Verderb von Lebensmitteln, sondern auch die Bildung von Schimmelsporen. Da heutzutage bei der künstlichen Herstellung von E210 keine gentechnisch veränderten Organismen verwendet werden dürfen, findet es in fest definierten Mengen sehr oft Anwendung bei Lebensmitteln. Der Körper kann die Säure und die damit gewonnenen Derivate nicht verwerten, weshalb sie über die Nieren unverändert ausgeschieden werden. Dies hat allerdings auch zur Folge, dass die "European Food Safety Authority" die täglich zu verzehrende Maximalmenge für einen Erwachsenen auf fünf Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht definiert hat. Allergiker und Asthmatiker sollten beim Verzehr besonders auf die Mengen achten.