Chirurgische Entfernung des Appendix

Gesundheitslexikon: Appendektomie

28. März 2019 - 11:51 Uhr

Appendektomie: Entfernung des Wurmfortsatzes

Wenn die rechte Seite des Bauches plötzlich stark schmerzt und davon gesprochen wird, dass eine Blinddarmoperation nötig ist, gehen viele davon aus, dass dabei der Blinddarm entfernt wird. Dies ist jedoch nicht der Fall - der Teil, der sich entzündet und schnell operativ entfernt werden sollte, nennt sich Wurmfortsatz und grenzt lediglich direkt an den Blinddarm.

Was ist eine Appendektomie?

Unter einer Appendektomie versteht sich die chirurgische Entfernung des "Appendix", des Wurmfortsatzes im Dickdarm. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird der Begriff Blinddarmentfernung oftmals fälschlicherweise als Synonym verwendet, dabei ist der Blinddarm der anfängliche Teil des Dickdarms, an dem der Wurmfortsatz angewachsen ist. Zur Entfernung des Appendix existieren zwei gängige Methoden in der medizinischen Praxis: Bei der "laparoskopischen Appendektomie" werden drei nur sehr kleine Schnitte gesetzt, wohingegen beim konventionellem Appendektomieverfahren durch einen einzigen, größeren Schnitt operiert wird.

Wann wird eine Appendektomie durchgeführt?

Hauptindikation für eine Appendektomie ist die akute Appendizitis, eine schmerzhafte und gefährliche Entzündung des Wurmfortsatzes. Durch das hohe Risiko einer Perforation des entzündeten und stark geschwollenen Darmabschnittes mit der Gefahr einer Blutvergiftung (Sepsis) fällt die Entscheidung für eine Operation meist innerhalb von Minuten. Einige Fachleute befürworten die vorbeugende Appendektomie bei Menschen, die sich längere Zeit in medizinisch unterversorgten Gebieten wie Indien oder Zentralafrika aufhalten, da im Falle einer Entzündung die Mortalitätsrate, also die Sterberate, durch eine Sepsis sehr hoch ist.

Wie läuft eine Appendektomie ab?

Bei der konventionellen Methode werden durch einen rechtsseitigen Bauchschnitt Haut, Unterhautfettgewebe, Faszien, Muskeln und Bauchfell aufgetrennt. Anschließend werden die Blutversorgung und der angrenzende Blinddarm abgeklemmt. Der Wurmfortsatz wird entfernt und vernäht. Manchmal wird eine Drainage zur Ableitung von Wundflüssigkeit eingelegt. Der schichtweise Wundverschluss beendet das Verfahren. Seit 1980 existiert die laparoskopische Appendektomie. Dabei wird an drei Punkten des Unterbauches ein etwa ein Zentimeter kleiner Schnitt gesetzt, um Laparoskopkamera und Arbeitsarme einzuführen. Der Operateur entfernt nach Abklemmen den Wurmfortsatz und verödet den Stumpf. Nach Blutungskontrolle erfolgt die Vernähung der drei Zugangswege.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Neben den allgemeinen Operationsrisiken wie Allergien gegen Narkosemittel oder Zahnschäden aufgrund der Intubationsnarkose sind hauptsächlich entzündungsbedingte oder kosmetische Risiken in Zusammenhang mit einer Appendektomie zu erwähnen. Eine Nahtinsuffizienz mit Aufplatzen kann zu einem Austreten des Darminhaltes in die Bauchhöhle und einer daraus resultierenden, gefährlichen Sepsis führen. Wundinfektionen oder Narbenbrüche sind vor allem kosmetische Risiken, die insbesondere bei der konventionellen Methode weitaus häufiger auftreten. Die Verletzung von Nachbarorganen während der Operation oder die anschließende Verwachsung mit diesen sind eher selten anzutreffen.

Was sollte man beachten?

Nach einer vollzogenen Appendektomie sollten folgende Maßnahmen beherzigt werden, damit die Genesung schnell und bestmöglich voranschreiten kann:

- Ernährungsaufbau postoperativ mit Tee, Suppe und Brei

- Kontrolle der ersten Darmtätigkeit mit eventueller Unterstützung durch Klistiere

- Verzicht auf ballaststoffreiche oder blähende Speisen und Kohlensäure

- Duschen nur mit einem Duschpflaster

- Vermeidung von Sport und Überanstrengung für etwa sechs Wochen

- kein Heben von Lasten über fünf Kilogramm für etwa sechs Wochen

- Vermeidung von Verstopfung für etwa sechs Wochen

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.