Aussackung der Hauptschlagader

Gesundheitslexikon: Aortenaneurysma

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11. März 2019 - 13:21 Uhr

Aortenaneurysma - eine Gefahr, die oft lange unbemerkt bleibt

Wenn sich an einem Gefäß eine Aussackung bildet, nennt man das Aneurysma. Sie kann an einer Arterie, einer Vene oder an einer Herzwand entstehen. Das Aortenaneurysma befindet sich an der Aorta, der zentralen Arterie des Organismus.

Was ist ein Aortenaneurysma?

Das Aortenaneurysma ist eine sackartige Ausbuchtung an der Aorta. Diese verläuft vom Herzen kommend durch den Brustkorb (Thorax) und den Bauchraum (Abdomen) bis hin zum Becken. Je nachdem wo es entsteht, unterscheidet man das thorakale und das abdominale Aortenaneurysma, wobei das abdominale am häufigsten vorkommt. Die Ausweitung stellt ein enormes Risiko dar, da sie die Aorta zum Zerreißen bringen kann. Wenn ein derart dickes Gefäß mit einem Durchmesser von zwei bis drei Zentimetern aufplatzt, kann der große Blutverlust lebensbedrohlich sein.

Ursachen für ein Aortenaneurysma

Ein häufiger Grund für das Aortenaneurysma ist Arteriosklerose. Sie reduziert die Elastizität der Gefäße und fördert damit die Entstehung einer Ausweitung. Auch Bluthochdruck, der die Arterien stark belastet, kann dazu beitragen. Weitere Ursachen können eine angeborene Gewebeschwäche wie beim Marfan-Syndrom oder Fehlbildungen der Gefäße sein. Wenn bakterielle Infektionen die Wände der Aorta schädigen, kann ebenfalls ein Aneurysma entstehen. Eher seltene Ursachen sind Herzklappenfehler oder -erkrankungen und eine Störung, welche die einzelnen Gewebeschichten der Gefäßwände aufspaltet und damit zu der Aussackung führt.

Symptome: Erst ab einer bestimmten Größe kann es zu Schmerzen kommen

Anfangs verursacht das Aneurysma keine Symptome. Erst wenn es größer geworden ist, kann es zu diffusen Schmerzen kommen, die bis in den Rücken und in die Beine ausstrahlen. Meist leben Patienten jahrelang mit einem Aortenaneurysma, ohne etwas davon zu bemerken. Wenn es die Arterie zum Platzen bringt, treten allerdings sofort heftige Symptome auf. Ganz unvermittelt setzen starke Schmerzen im Brustkorb oder im Bauch ein und der Blutdruck fällt rapide ab. Durch den großen Blutverlust kommt es relativ schnell zum Kreislaufzusammenbruch.

Diagnose eines Aneurysmas

Meist wird das Aneurysma durch Zufall entdeckt, da es in der Regel keine Beschwerden verursacht. Häufig wird es im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung des Bauchs bemerkt, durch veränderte Strömungsgeräusche beim Abhören des Brutkorbs mit dem Stethoskop oder auf einer Röntgenaufnahme der Lunge. Je nach Lage kann der Arzt das Aneurysma eventuell auch durch die Bauchdecke hindurch als pulsierendes Geschwulst ertasten. Besteht der Verdacht auf ein Aortenaneurysma, wird zuerst die Aorta mit Ultraschall untersucht und im weiteren Verlauf der Befund mit einer Computer- oder Kernspintomografie abgesichert.

Behandlung und Vorbeugung

Ist die Aussackung noch nicht weit fortgeschritten, kann zunächst mit blutdrucksenkenden Medikamenten konservativ behandelt werden. Größere Aneurysmen müssen operiert werden. Dabei gilt ein Durchmesser von über 55 Millimeter als Indikation für einen chirurgischen Eingriff. Ab dieser Größe besteht ein erhöhtes Risiko, dass das Gefäß zerreißt. Zwei Arten von Operationstechniken stehen zur Verfügung: die Einbringung eines sogenannten Stents, der über die Leistenarterie bis zum Aneurysma geschoben wird und das Gefäß stabilisiert, sowie die offene Bauchoperation, bei der eine Prothese in die Aorta eingesetzt wird. Indem man einer Arteriosklerose vorbeugt, kann man bedingt auch ein Aneurysma verhindern, sofern es sich nicht krankheitsbedingt entwickelt oder angeboren ist.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.