Wie man ein grünes Depot aufbaut

Geld anlegen und das Klima schützen – geht das?

Grüne Geldanlageformen sind weltweit angesagt - auch weil damit ordentliche Renditen möglich sind
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18. März 2020 - 9:17 Uhr

Investieren mit Umweltbewusstsein kann sich auch finanziell lohnen

Obst aus dem Bioladen, Kaffee per Fairtrade, E-Auto statt Benziner: Aber kann ich auch mein Geld so anlegen, dass unser Klima geschont wird und dabei auch soziale und ethische Belange berücksichtigt werden? "Das ist nicht nur möglich, sondern die Auswahlmöglichkeiten nachhaltiger Anlageprodukte werden immer vielfältiger", meint Finanz-Journalist Andreas Braun. Der Experte hat in seinem aktuellen Buch "Nachhaltig investieren – simplified"* 🛒 die wichtigsten Möglichkeiten der "grünen" Geldanlage beschrieben und gibt Tipps für die Auswahl unter den verschiedenen Produkten. Er veranschaulicht, wie man sich ein eigenes "grünes Depot" aufbauen kann. Und er belegt, dass man als umweltbewusster Anleger nicht auf Rendite verzichten muss. Investieren mit Umweltbewusstsein kann sich also auch finanziell lohnen. Hier stellt er fünf Möglichkeiten vor, wie man richtig nachhaltig investieren kann.

1. Die grüne Bank als Drehscheibe

"Wer auf Kriterien wie Umwelt, Ethik oder Soziales beim Geldanlegen achten will, fängt mit der Frage an: Bei welcher Bank möchte ich überhaupt Geldgeschäfte machen", erklärt Finanz-Experte Braun. "In Deutschland gibt es eine Reihe ausgewiesener nachhaltiger Banken." Diese Institute vergeben Kredite nur an Unternehmen, die in Sachen Nachhaltigkeit selbst viel tun, etwa Umweltstandards beachten oder ihre Mitarbeiter fördern. Und sie investieren die Einlagen ihrer Kunden nur in Aktien oder Fonds, die hohe Standards erfüllen. Zu ihnen zählen die GLS Bank, die Triodos Bank oder die Umweltbank.

2. Grüner Fonds - Aktien handverlesen

Investmentfonds sind die sinnvollste Art einer langfristigen Geldanlage. Fonds, die ihre Aktien oder Anleihen nach nachhaltigen Kriterien auswählen, werden auch in Deutschland immer zahlreicher und populärer. Das Fondsmanagement schließt dabei in der Regel problematische Branchen wie Atomkraft, Rüstung, fossile Energien oder Gentechnik aus. "Danach werden Aktien ausgesiebt, die die so genannten ESG-Kriterien am besten erfüllen", sagt Andreas Braun. Sie achten also stark auf Umweltaspekte (Environmental), kümmern sich im die Belange der Mitarbeiter (Social) und folgen prinzipiell einer guten Unternehmensführung (Governance). Gute nachhaltige Fonds werden zum Beispiel vom "Forum Nachhaltige Geldanlage" mit einem Siegel ausgezeichnet.

3. Indexfonds: Immer günstig, nicht immer grün

Längst gibt es auch Indizes, mit denen man in nachhaltige Aktien oder Anleihen investieren kann. Dafür kann man Indexfonds, so genannte ETF, nutzen. Sie erheben eine deutlich geringere Gebühr als übliche Investmentfonds, weil sie nur einen vorgegebenen Index "passiv" nachbilden. Dafür gibt es aber auch kein Fondsmanagement, das darauf achtet, das wirklich stets nur Unternehmen mit hohen Nachhaltigkeitsstandards im Index enthalten sind. Oft schließen solche Fonds nur bestimmte kritische Branchen aus.

4. Nachhaltige Aktien: Wer sucht, der findet

Wer auf einzelne Unternehmen setzen will, die in Bereichen wie Klimaschutz, Gesundheit oder erneuerbare Energien engagiert sind, kann deren Aktien auch direkt an der Börse kaufen. "Dabei kann er einerseits auf einschlägige Unternehmen aus diesen Branchen setzen - oder er sucht gezielt nach Unternehmen, die in ihrer Branche die besten Nachhaltigkeitsnoten haben", erklärt Braun. Dafür kann der Anleger zum Beispiel Unternehmen aus dem "Natur Aktien Index" auswählen oder sich das Portfolio eines nachhaltigen Aktienfonds genauer anschauen. Der Indexanbieter MSCI stellt außerdem eine Datenbank zur Verfügung, in der die Nachhaltigkeitswerte Tausender Firmen veröffentlicht werden.

5. Solarpark und Mikrofinanzen: Direkt in ein Projekt investieren?

Wer sich an einer Windfarm oder einer Solaranlage beteiligen oder in Wald investieren will, findet dafür inzwischen eine Reihe von Anbietern. Verbraucherschützer weisen allerdings regelmäßig auf die Risiken eines solchen Direktinvestments hin. In der Branche gab es in der Vergangenheit eine Reihe von Pleiten, bei denen Anleger viel Geld verloren haben. Sinnvoller erscheinen Andreas Braun zufolge etwa Mikrofinanz-Fonds. Dabei wird in viele Kleinstkredite in Entwicklungsländern investiert, die dort zum Beispiel erneuerbare Energien fördern oder Handwerkern und Landwirten beim Aufbau ihrer Existenz helfen.

Nachhaltig investieren
Schließen sich eine hohe Rendite und ein gutes Gewissen bei der Geldanlage aus? Nein, meint Finanz-Experte und Autor Andreas Braun.
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