Studie der University of Warwick

Reisekrank? Dann puzzlen Sie eine Runde!

Millionen Deutsch leiden Übelkeit, Erbrechen und Schwindel beim Reisen.
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16. September 2020 - 12:40 Uhr

Symptome können um mehr als die Hälfte reduziert werden

Plagt auch Sie Übelkeit beim Autofahren, Busfahren oder Bootfahren? Dann können Sie jetzt möglicherweise aufatmen! Laut einer neuen Studie der University of Warwick kann das Gehirn vor dem Antritt der Reise trainiert werden, wodurch die Symptome der Reisekrankheit um mehr als die Hälfte reduziert werden. Dabei spielen Puzzle eine wichtige Rolle.

Studienteilnehmer trainierten zwei Wochen lang täglich für 15 Minuten ihr räumliches Denken

Für die Studie teilten Wissenschaftler die Teilnehmer in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe machte jeden Tag 15 Minuten lang visuospatiale Übungen mit "Brain Training Puzzles" (dt.: Puzzle, die das Gehirn trainieren), die räumliches Denken fördern. Die andere Gruppe führte keinerlei Gehirntraining durch. Nach zwei Wochen fuhren alle Teilnehmer in Fahrsimulatoren und auf der Straße – und es waren deutliche Veränderungen erkennbar.

Neue Erkenntnisse könnten künftig auch beim autonomen Fahren helfen

Während sich bei der Kontrollgruppe kaum ein Unterschied zeigte, wies die Teilnehmergruppe, die zwei Wochen lang die visuospatialen Übungen ausgeführt hatte, 51 Prozent weniger Reisekrankheitssymptome im Simulator und 58 Prozent weniger auf der Straße auf. Dr. Joseph Smyth, einer der Studiendurchführer, ist zuversichtlich: "Es kann sehr gut sein, dass die Methode auch in anderen Bereichen helfen kann, wie zum Beispiel gegen Seekrankheit bei Schiffspersonal oder Passagieren. Wir sind sehr erfreut über die neuen Erkenntnisse." Auch beim autonomen Autofahren könne das künftig helfen.