Top-Athletin Seitz erklärt das Zeichen

Darum tragen deutsche Turnerinnen Ganzkörperanzug

24. April 2021 - 9:55 Uhr

Turnen: Elisabeth Seitz auf Platz fünf

Die deutschen Turnerinnen Elisabeth Seitz und Kim Bui sind dem Vorbild ihrer Teamkollegin Sarah Voss gefolgt und am Freitag zum Mehrkampffinale der Turn-Europameisterschaften in Basel in einem langen Gymnastikanzug angetreten. Wieso Seitz mit ihrem Teams dieses Zeichen gesetzt hat und wie sie ihre Leistung einschätzt, sehen Sie oben im Video.

"Es geht um das gute Turnen, weniger um die Nacktheit"

"Es geht nicht darum, wenig anzuhaben, um gut turnen zu können. Man muss das anhaben, mit dem man sich wohlfühlen und wie man am besten turnen kann", sagte Seitz im RTL-Interview. "Es ist auch ein Zeichen, gerade weil wir viele Spagate machen und doch relativ breitbeinig sind, dass sich jeder so präsentiert, wie er sich wohlfühlt. Das ist das Zeichen, das wir als Team setzen wollen." Es solle mehr ums Wohlfühlen und das gute Turnen gehen, "weniger um die Nacktheit".

Am Mittwoch in der Qualifikation hatte die Kölnerin Sarah Voss als Erste ihren Wettkampf mit einem Ganzkörperanzug statt des üblichen knappen, badeanzugähnlichen Dresses getragen und so ein Signal gegen eine Sexualisierung ihres Sports gesetzt.

Gutes Ergebnis für deutsche Turnerinnen

Seitz belegte im Wettkampf einen hervorragenden fünften Platz. Die 27 Jahre alte Stuttgarterin sammelte am Freitag im Vierkampf 53,398 Punkte und steigerte sich damit im Vergleich zur Qualifikation zwei Tage zuvor um 0,566 Punkte. Sie war als 14. ins Finale eingezogen. Ihre Vereinskollegin Kim Bui erkämpfte mit 13,933 Punkten den sehr guten siebten Rang und verbesserte sich gegenüber die Qualifikation um acht Plätze.

Am Ende waren die Duos aus Russland und Großbritannien einen Tick zu stark für die deutsche Rekordmeisterin Seitz. Neue Titelträgerin wurde Wiktorija Listunowa (56,731) vor ihrer russischen Teamkollegin Angelina Melnikowa (55,432) und Jessica Gadirova (55,100).

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