Zum Start von "Prison Tapes" auf RTL+Gangster-Rapper Veysel ist nicht stolz auf seine Knast-Vergangenheit

Zum guten Ton im durchschnittlichen Deutschrap-Song gehören schöne Autos, Markenuhren und wilde Partys. Für viele Gangster-Rapper landet die wilde Fahrt allerdings im Graben und sie kommen mit dem Gesetz in Konflikt. Rap-Star Veysel liegt es allerdings fern, seine Knastvergangenheit zu glorifizieren (zu hören unter anderem in seinem musikalischen Beitrag zu „Besuchstag“ auf RTL+ Musik). Im Gegenteil: Er möchte jungen Gefängnisinsassen ganz andere Werte mitgeben – jetzt auch auf RTL+ in der neuen Real-Life-Doku „Prison Tapes“. Im Video spricht er darüber, was er sich für das Projekt vorgenommen hat.

In Sachen Authentizität ist diese Crew schon mal unschlagbar

Veysel Gelin und Kida Khodr Ramadan
Veysel Gelin kennen Fans auch aus "4 Blocks" an der Seite von Kida Khodr Ramadan Foto: Anne Pollmann/dpa-Zentralbild
deutsche presse agentur

Im Projekt „Prison Tapes“ wollen die vier bekannten Rapper Veysel, Eko Fresh, Nimo und Olexesh mit jungen Häftlingen Rap-Songs produzieren. Wer weiß, vielleicht nutzt einer von ihnen die Chance und wird tatsächlich Rapper.

In der ersten Folge trifft Veysel auf Robin (21), der wegen eines Überfalls mit vier Euro Beute einsitzt. Von einem anderen Kaliber ist Chiad (25): Er hat 42 Anzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung. Dann ist da Tony (38): Seit 2008 ist Tony der Knastveteran in der JVA Hamm. Zu ihnen gesellen sich Sebastian alias "Schlange" (31) – verurteilt wegen diversen Drogendelikten – und Loai alias "Leo" (26): Seine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten muss er wegen Drogenhandels absitzen. Allen gemeinsam ist die Liebe zum Rap, möglichst in der besonders extremen Form des Gangster-Raps.

Veysel sieht sich eher als Motivationscoach und weniger als Lehrer

Da es mit Autorität bei dieser Gruppe wahrscheinlich eher schwierig ist, möchte Profi-Rapper Veysel seiner Band lieber andere Alternativen aufzeigen. Und bestimmt wird er nicht den Ober-Knasti (er saß wegen Körperverletzung mit Todesfolge) raushängen lassen: „Dein Leben oder deine Person macht nicht einen Gefängnisaufenthalt aus.“

Eines steht so oder so fest: Bei „Prison Tapes“ wird es keinen Fake- oder Möchtegern-Hiphop geben. Die erste Folge gibt es jetzt auf RTL+. Folge 2 mit Eko Fresh folgt dann am Donnerstag, den 09.03. (awe)