Wunsch an künftige Bundesregierung

Bahnmanager fordert Jobticket für alle Arbeitnehmer

Ein Jobticket für alle Arbeitnehmer - "so selbstverständliche wie eine Krankenversicherung", meint DB-Manager Jörg Sandvoß.
Ein Jobticket für alle Arbeitnehmer - "so selbstverständliche wie eine Krankenversicherung", meint DB-Manager Jörg Sandvoß.
© deutsche presse agentur

28. Oktober 2021 - 10:00 Uhr

Freie Fahrt für Angestellte

Wer ein Jobticket hat, kann günstig Bahn fahren. In Hessen pendeln Landesbedienstete damit sogar kostenlos – denn das Land zahlt. Geht es nach dem Wunsch DB-Regio-Chef Jörg Sandvoß, sollten bald alle Arbeitnehmer vom Jobticket profitieren. Die künftige Ampel-Koalition ist am Zug.

Jobticket: So selbstverständlich wie eine Krankenversicherung

Jörg Sandvoß
Jörg Sandvoß, Vorstandsvorsitzender der DB Regio hofft auf Impulse bei den Koalitionsverhandlungen. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild
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DB-Regio-Chef Jörg Sandvoß hofft auf neue Impulse für Jobtickets bei den am Mittwoch begonnenen Verhandlungen von SPD, Grünen und FDP über ein künftiges Regierungsbündnis.

"Jobtickets müssten zum Arbeitsvertrag gehören wie eine Krankenversicherung," sagt der Bahn- Manager im Gespräch mit der DPA. Auch mit Blick auf die Klima- und Mobilitätswende sei es empfehlenswert, das Ticket stärker zu fördern.

Dieses Argument sollte besonders die Grünen interessieren. Auf Landes- und kommunaler Ebene werben die Grünen schon lange für Steuerermäßigungen und sogenannte Bürgertickets, die eine solidarische Pflichtabgabe mit einer freien Nutzung des Nahverkehrs verbinden.

Hemmschwelle zur Nutzung des Nahverkehrs sinkt

ARCHIV - Eine Frau bedient einen Automaten, an dem Fahrkarten der Deutschen Bahn für Fahrten in ganz Deutschland erworben werden können.
Die Leute von der Straße auf die Schiene ziehen - das Jobticket für alle könnte helfen.
© dpa, Soeren Stache

In Hessen nutzen viele Landesbedienstete das genannte Landesticket, finanziert vom Steuerzahler. Zudem gibt es ermäßigte Tickets für Schüler und Rentner. Jobtickets werden auch von örtlichen Nahverkehrsverbünden angeboten. Hierbei können Unternehmen die Fahrtkosten ihrer Mitarbeiter ganz oder teilweise übernehmen.

Die "Hemmschwelle" zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs sei damit geringer. "Selbst wenn das Ticket nur fünfmal im Monat genutzt wird, rechnet es sich, und es zieht die Leute von der Straße auf die Schiene", argumentiert Sandvoß.

Mit einem Jobticket für alle könnte die neue Bundesregierung zusätzlich schnell etwas machen für den Klimaschutz - das ließe sich zum Januar umsetzen und hätte eine große Wirkung."

Sandvoß ist seit Januar 2016 Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG. Das Unternehmen ist für den Personennahverkehr der Deutschen Bahn in ganz Deutschland zuständig. (dpa/mva)