Hilfe im Kampf gegen den Klimawandel

Forscher planen Unglaubliches: Mischwesen aus Elefanten und Mammuts

Aus einem mumifizierten Mammut wollen Forscher DNA entnehmen. Dieses Exemplar ist besonders gut erhalten.
Aus einem mumifizierten Mammut wollen Forscher DNA entnehmen. Dieses Exemplar ist besonders gut erhalten.
© picture alliance

18. September 2021 - 9:57 Uhr

Viel Kritik für ambitionierten Plan

Schon in wenigen Jahren könnte eine gänzlich neue Tierart die nördlichen Steppen bevölkern. Zumindest wenn es nach Wissenschaftlern der Harvard-Universität geht, die eine Kreuzung aus Elefant und ausgestorbenem Mammut züchten wollen. Das Vorhaben hat eine Biotech-Firma jüngst mit 15 Millionen US-Dollar unterstützt. Doch an dem Projekt gibt es viel Kritik.

Projekt klingt wie aus einem Science-Fiction-Film

US-Forscher haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Sie wollen DNA aus einem ausgestorbenen Mammut nehmen, sie mit der DNA eines asiatischen Elefanten mischen und daraus einen Hybrid-Elefanten züchten.

Das klingt wie aus einem Science-Fiction-Film. Doch ein Blick auf den ambitionierten Plan der Harvard-Wissenschaftler zeigt: Die Technik dahinter ist viel ausgeklügelter als jeder Film.

Wie funktioniert das?

Das Biotech-Unternehmen Colossal unterstützt die Forscher jetzt mit 15 Millionen US-Dollar. Mit dem Geld soll der Prozess finanziert werden, mit dem die DNA aus einem mumifizierten Mammut-Baby entnommen werden und mit der DNA eines asiatischen Elefanten gemischt werden. Daraus soll ein Embryo entstehen, der entweder einer Elefantenkuh eingesetzt wird oder künstlich herangezogen werden soll. Schon in wenigen Jahren rechnen die Forscher mit den ersten Elefanten-Kälbern.

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Warum braucht man einen "Designer-Elefanten"?

Die Forscher erhoffen sich, einen Elefanten zu züchten, der dank der Mammut-Eigenschaften in den eisigen Temperaturen der arktischen Tundra überleben kann. Das heißt, dass er sich bei -40 Grad heimisch fühlen muss.

Für Mammuts kein Problem, allerdings sind die seit Tausenden Jahren ausgestorben. "Unser Ziel ist es, einen Elefanten zu erschaffen, der gegen Kälte geschützt ist und sich verhält wie ein Mammut - und auch so aussieht", erklärt Harvard-Professor George Church dem "Guardian".

Ziel dieses Projekts ist es, die arktische Steppe vor dem Klimawandel zu schützen. "Wir wollen damit niemanden reinlegen, sondern ein Tier mit der Funktion eines Mammuts haben, das auch bei -40 Grad Celsius ein gutes Leben hat und all das tun kann, was Mammute und Elefanten tun - vor allem Bäume fällen", so der Wissenschaftler.

Konkret sollen die Tiere Bäume fällen und den Boden plattrampeln, um den Permafrost so vor dem Auftauen zu schützen.

Viel Kritik für die Idee der Wissenschaftler

Doch für dieses Projekt gibt es auch viel Kritik. Eine britische Wissenschaftlerin kritisiert, dass zunächst gar nicht klar sei, ob die Elefanten wirklich den gewünschten Effekt auf den Permafrost-Boden hätten.

"Man müsste dieses Experiment in einem riesigen Maßstab durchführen. Wir sprechen von Hundertausenden von Tieren. Bei jedem einzelnen davon dauert die Schwangerschaft schon 22 Monate. Erst nach 30 Jahren sind die Tiere ausgewachsen", erklärt Dr. Victoria Herridge vom National History Museum in London.

Die Harvard-Wissenschaftler wollen dennoch an ihrem Projekt festhalten und nach Möglichkeit ganze Herden der neuen Hybrid-Elefanten auswildern. (lra)