Vom Regisseur der „Guardians of the Galaxy“-Filme

Filmkritik: "The Suicide Squad" – Verdammt brutal, aber brutal gut

Nur ein Teil des Suicide Squads (v.l.n.r.): Peacemaker (John Cena), Bloodsport (Idris Elba, oben), Rick Flack (Joel Kinnaman, unten) und Harley Quinn (Margot Robbie).
Nur ein Teil des Suicide Squads (v.l.n.r.): Peacemaker (John Cena), Bloodsport (Idris Elba, oben), Rick Flack (Joel Kinnaman, unten) und Harley Quinn (Margot Robbie).
© Warner Bros. Entertainment GmbH

05. August 2021 - 15:26 Uhr

Neuanfang nach fünf Jahren

Von Cedric Schmidt

Trotz Star-Power (u.a. Will Smith und Jared Leto) ist "Suicide Squad" von Regisseur David Ayer 2016 nicht der erhoffte Erfolg geworden. Kritikern und Fans missfiel die Ausrichtung im kunterbunten Trailer-Stil und die ganz offensichtliche Inspiration der DC-Comicverfilmung bei Marvel. 'Warum also nur kopieren, wenn man das Original haben kann', mögen sich die Verantwortlichen bei Warner gedacht haben und nahmen "Guardians of the Galaxy"-Regisseur James Gunn unter Vertrag. Dieser war kurzzeitig bei Marvels Mutterkonzern Disney in Ungnade gefallen und dadurch frei geworden. Warner schlug zu. Um ihn zu überzeugen gab es ein großes Produktionsbudget und komplette künstlerische Freiheit – und Regisseure Gunn rechtfertigt das Vertrauen mit einem grandiosen Film (hier* die Blu-Ray vorbestellen). Wir verraten warum.

Diese Kritik enthält keine Spoiler

Auf der kleinen Insel Corto Maltese kommt es zum Militärputsch. Hatte die gestürzte Königsfamilie noch eng mit den USA zusammengearbeitet, fürchten die Verantwortlichen in den Vereinigten Staaten nun die Konsequenzen der neuen Führung. Wie gut, dass es im Superschurken-Gefängnis nur so vor (entbehrlichen) Insassen mit einzigartigen Fähigkeiten wimmelt. Der Deal: Für eine abgeschlossene Mission gibt es Straferlass – und wenn einer nicht zurückkommt: auch nicht schlimm. Ihre Superkräfte werden die Angehörigen der Task-Force-X, wie das Suicide Squad offiziell heißt, auch gut brauchen können. Denn auf Corto Maltese lauert noch eine ganz andere Bedrohung…

Zynischer Humor und viel Blut - ein grotesker Spaß für Erwachsene

Dass James Gunn ein Regisseur mit einer klaren Vision und einem guten Händchen für Charaktere ist, hat er bereits mit den beiden "Guardians of the Galaxy"-Filmen beweisen dürfen. "The Suicide Squad" packt hier jedoch eine Schippe drauf und zeigt, was passiert, wenn ein kreativer Kopf wie Gunn einen Film produzieren darf, der ohne die Disney-freundliche Harmlosigkeit daherkommt: Bereits nach wenigen Minuten wird schnell klar, dass der Film nichts für schwache Nerven ist. Hier spritzt allerlei Blut, und der zynische Humor Gunns entfaltet sich voll und ganz. Ähnlich wie bei Tarantinos Filmen werden hier Gewaltszenarien ausgelebt, die aufgrund ihrer unfassbar kreativen Inszenierung und ihrer Unvorhersehbarkeit immer wieder zum Lachen anregen – und ein ums andere Mal für Entsetzen sorgen. Mancher mag sich fragen: 'Darf man über sowas lachen?' Man darf! Der Name des Selbstmordkommandos ist in diesem Film definitiv Programm – viel mehr als noch im 2016er Film, wo fast jeder bekannte Schauspieler den Schutz des Drehbuchs genoss.

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Die Stärken von Teil 1 übernommen und ausgebaut

Während sich Will Smith nicht zu einer Rückkehr überreden ließ, sollte zunächst Idris Elba seine Rolle als "Deadshot" übernehmen. Stattdessen wurde jedoch eine gänzlich neue Figur namens "Bloodsport" für Elba ausgetüftelt. Gut so, denn für "The Suicide Squad" muss der Film von 2016 nicht geschaut werden. Aus dem Vorgängerfilm haben es lediglich Amanda Walla (Viola Davis), Harley Quinn (unnachahmlich: Margot Robbie) und Rick Flack (Joel Kinnaman) in den Nachfolger geschafft. Und auch bei diesen Figuren zeigt Gunn, welch großes Potenzial Regisseur Ayer 2016 vergeudet hat. Insgesamt liest sich der Cast nicht nur auf dem Papier wie ein Best-Of Hollywoods, die Schauspieler:innen beweisen auf der Leinwand, wie stimmig ihre Chemie ist und wie groß ihr Spaß an ihren Rollen ist. Beeindruckend ist jedoch, wie sehr sich Figuren als Scene-Stealer zeigen, von denen es auf Anhieb nicht zu erwarten war. Oder haben Sie schon mal etwas von King Shark (Stimme im Original: Sylvester Stallone) oder Ratcatcher 2 (Daniela Melchior) gehört?

Jeden Cent wert

Neben den Darsteller:innen sieht der Film auch noch verdammt gut aus. Das große Budget von geschätzten 185 Millionen Dollar wird in jeder Szene deutlich. Gleiches gilt für den Soundtrack, der – wie bereits bei den "Guardians"-Filmen – von James Gunn perfekt ausgewählt wurde und noch lange im Ohr bleibt. Auch die Laufzeit von 132 Minuten fühlt sich zu keiner Zeit unnötig lang an und vergeht viel zu schnell.

Fazit: „The Suicide Squad“ – der noch bessere „Guardians of the Galaxy“

"The Suicide Squad" mag sich zu seinem Vorgänger "Suicide Squad" von 2016 nur hinsichtlich dreier Buchstaben im Titel unterscheiden – in der Realität trennen die Filme aber Welten. Der neue Film von James Gunn ist nicht nur so gut, wie die "Guardians of the Galaxy"-Filme, er ist besser. Hier stimmt einfach alles und es zeigt sich, was für tolle Filme ohne Studio-Fesseln entstehen könn(t)en. Alle, die Spaß an den Marvel-Abenteuern um Star Lord und Co. hatten, werden "The Suicide Squad" lieben. Für Kinder ist der Film jedoch nichts: Die FSK vergab, trotz teils sehr expliziter Gewalt, nur eine FSK16 – fast schon ein bisschen zu lasch... "The Suicide Squad" läuft seit 5.8.2021 im Kino. (csc)

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