Fake-Accounts auf Dating-Plattform

Tinder: Mehr Sicherheit gegen Catfishing durch Verifizierung

Immer häufiger werden Tinder-Nutzer Opfer von Catfishing.
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03. Februar 2020 - 14:46 Uhr

Vorsicht vor falschen Flirts im Netz

Nutzer von Tinder können in Zukunft ihre Dating-Profile verifizieren lassen. Damit möchte Tinder gegen das sogenannte "Catfishing" vorgehen, bei dem Nutzer ihr Profil mit fremden oder stark überarbeiteten Fotos schmücken.

Tinder-Fakes: Die Suche nach Sex und Liebe unter falscher Identität

Dank Dating-Apps wie Tinder war es noch nie so einfach, den Partner fürs Leben oder zumindest für eine Nacht zu finden. Doch immer öfter findet man Fake-Profile, die mit gefälschten Identitäten ahnungslose Nutzer anschreiben, flirten und private Informationen sammeln.

Dank der Anonymität des Internets haben die Identitätsklauer leichtes Spiel für ihre kriminellen Machenschaften. Im schlimmsten Fall werden Nutzer von den Menschen hinter den Fake-Profilen öffentlich bloßgestellt oder sogar finanziell ausgenutzt. Tinder will seine ehrlichen Nutzer jetzt schützen und führt ein neues Sicherheits-Feature ein: Profile sollen mit einem blauen Häkchen versehen werden. So soll man sich zukünftig sicher sein können, bei einem Date auch wirklich auf eine Person aus dem echten Leben zu treffen.

Tinder erhöht die Sicherheit

Um sich zu verifizieren, muss man ein Selfie von sich machen und eine Pose nachahmen, die von Tinder durch ein Model vorgegeben wird. Geprüft werden diese Fotos aktuell noch von Tinder-Mitarbeitern. Zukünftig soll die Verifizierung aber mithilfe künstlicher Intelligenz abgewickelt werden.

Nutzer zu täuschen ist keine Straftat – Belästigung aber schon

Darf ich mir überhaupt ein Fake-Profil bei Tinder & Co. erstellen? Oder hat es rechtliche Folgen, wenn ich mit einer falschen Identität auf Partnersuche gehe?

Die Frage kann nicht fallübergreifend beantwortet werden. Das bloße Erstellen und Anwenden von Fake-Profilen selbst ist nicht strafbar. Vielmehr kommt es immer auf den Einzelfall an und welche Intention hinter dem Schwindel steckt. Werden die Bilder und der Name von einer Person verwendet, die tatsächlich existiert, liegt ein "Identitätsdiebstahl" vor. Dieser kann sowohl mit einer Geld- als auch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Aber auch ein Fake-Profil mit einer fiktiven Identität kann rechtliche Konsequenzen haben, sobald der Nutzer damit eine strafrechtliche Handlung ausführt. Zu einem Gerichtsverfahren kommt es in den meisten Fällen aber nicht. Denn die Person, deren Bild geklaut wurde, bekommt meist nichts von dem Betrug mit.

Der falsche Freund im Netz!

Fake-Profile sind auf den ersten Blick nicht leicht zu erkennen. Skeptisch sollte man werden, wenn das Profil nur wenige, dafür aber sehr professionelle Bilder hat. Außerdem ist man vermutlich auf einen "Catfisher" reingefallen, wenn der Nutzer kaum persönliche Informationen preisgeben will und die Konversation dafür aber sehr schnell romantisch wird. Schlägt man dann noch ein persönliches Treffen vor, was der Nutzer kurzfristig absagt, sind ernsthafte Zweifel angebracht.

Bei Verdacht Bilder googlen

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob die Person hinter dem Profil wirklich echt ist, können Sie die Bilder mit der Bildsuche überprüfen und gucken, ob die Bilder gestohlen wurden. Dafür bietet sich zum Beispiel die Rückwärtssuche von Google an. Dort können die Fotos von dem Dating-Profil hochgeladen werden. Google durchsucht dann das Internet nach diesem Bild – und zeigt auf, woher das Bild kommt. Ist das Foto weit verbreitet im Netz und taucht häufig auf, kann man davon ausgehen, dass das Profilbild geklaut wurde.

Wie kann ich mich wehren?

Egal ob Sie bei Tinder ein Match hast oder nicht: Wenn Sie den Eindruck haben, dass das Profil nicht echt ist, können Sie das Profil jederzeit melden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wird das Profil gelöscht.