Experte Prof. Dr. Auwärter über Jenkes Drogen-Experiment

Prof. Dr. Volker Auwärter, Forensischer Toxikologe des Universitätsklinikums Freiburg und betreuender Experte beim Jenke-Experiment 'Drogen', spricht im Interview über die Herkunft der Drogen und über die tatsächlichen Gefahren eines solchen Experiments.

"Präventionsarbeit erfordert die realistische Darstellung der positiven Wirkungen und der Risiken. "

Wie wurden die Drogen für Jenke beschafft?
MDAI, 3-FPM (Partydrogen Köln) und Flubromazolam (K.O.-Tropfen München) sind sogenannte 'Legal Highs' und wurden über einen Internetshop bestellt. Die Stoffe können in Deutschland legal gekauft werden, da sie nicht in den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes aufgeführt sind. Alle Stoffe wurden durch mich auf Identität und Reinheit geprüft.

Wie riskant ist ein solches Experiment?
Durch die professionelle Begleitung war das Risiko überschaubar und kontrollierbar.

Wie viel von den Drogen und wie oft hintereinander hat Jenke konsumiert? Wie wurde er während des Experimentes ärztlich betreut?
Die Dosierung wurde mit mir besprochen und in einem Bereich gehalten, der zwar zu einer Wirkung führt, aber keine Vergiftung verursacht. Bei den Experimenten war immer ein ausgebildeter Rettungssanitäter anwesend.

Wer hätte die Verantwortung getragen, wenn Jenke gesundheitliche Schäden durch den Drogenkonsum davongetragen hätte?
Jenke selbst, da er die Experimente freiwillig durchgeführt hat.

Befürchten Sie nicht, durch die Sendung einen Nachahmungseffekt insbesondere bei jungen Menschen zu provozieren?
Präventionsarbeit erfordert die realistische Darstellung der positiven Wirkungen und der Risiken. Ansonsten verliert sie ihre Glaubwürdigkeit und erreicht das Gegenteil des gewünschten Effekts. Es geht um die Reduzierung der durch Drogen verursachten Schäden, für die eine differenzierte Information gefährdeter Gruppen notwendig ist.

RTL zu der Sendung:

Wir setzen uns mit dem Thema Drogensucht auseinander, weil es in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen und damit höchst relevant ist. Dazu gehört die dokumentarische Darstellung des Missbrauchs und auch die berauschende Wirkung der Drogen, die ja die Sucht erst auslöst. Wir dokumentieren das Thema, anstatt es zu tabuisieren. Drogenkonsum wird nicht verherrlicht, sondern eingeordnet, um vor den zerstörerischen Konsequenzen zu warnen.

Viele Menschen sind mit Drogenmissbrauch oder Demenz konfrontiert, wissen aber wenig darüber. Hier setzen wir mit den Experimenten von Jenke an. Wenn wir damit viele Menschen erreichen und informieren können, freut uns das.