Irres Experiment im Mutterland des Fußballs

Erstes Fußballspiel ohne Kopfbälle findet in England statt

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18. September 2021 - 17:08 Uhr

Probieren geht über studieren

Zumindest für Kopfballungeheuer ein Trauerspiel: Am kommenden Sonntag (26. September) wird in England erstmals ein Erwachsenen-Fußballspiel OHNE Kopfbälle stattfinden. Die Idee basiert auf einer Studie der Universität Glasgow, die besagt, dass das häufige Ausführen von Kopfbällen in einem kausalen Zusammenhang mit dem späteren Auftreten von Demenz steht.

Hohes Risiko vor allem für Verteidiger

In den Untersuchungen der Uni wurde festgestellt, dass Verteidiger, die am häufigsten Kopfballe spielen, ein fünffach höheres Risiko haben an Demenz zu erkranken, als Otto Normalverbraucher es hat. Torhüter zum Beispiel tragen laut der Studie kein erhöhtes Risiko, an Demenz zu erkranken.

Schauplatz des experimentellen Kicks ist das Stadion des englischen Sechstligisten Spennymoor Town FC. Dort treten zwei Traditionsmannschaften gegeneinander an – bespickt mit ehemaligen Profis sowie den Fußball-Legenden wie Gary Lineker, Kevin Keegan, Chris Sutton oder Alan Shearer, die die Partie mit zwei Wohltätigkeitsorganisationen ins Leben gerufen haben. Gerade Letzterer war Zeit seiner Karriere gefühlt öfter mit seinem Kopf am Ball als mit dem Fuß. Der englische Miro Klose sozusagen.

Fußball ohne Kopfball - kann das funktionieren?

Das Spiel soll unter anderem Hinweise darauf liefern, ob ein Fußballspiel ohne Kopfbälle überhaupt funktionieren kann. So sollen in der ersten Halbzeit Kopfbälle noch in den jeweiligen Strafräumen erlaubt sein, in den zweiten 45 Minuten sollen sie dann auf dem gesamten Spielfeld verboten sein.

Einen sensibleren Umgang mit Kopfbällen und deren Folgen gibt es im Mutterland des Fußballs schon seit dieser Saison. So sind im Training beispielsweise nur zehn Kopfbälle pro Woche nach Pässen aus mehr als 35 Metern Entfernung sowie nach Ecken, Freistößen und Flanken erlaubt. (mli)