"Bachelor of Hebamme" - Das erste Semester startet

Erst in die Uni, dann in den Kreißsaal

Für Schwangere und Neu-Mamas ist sie meist die ersten Ansprechpartner, die Hebamme.
Für Schwangere und Neu-Mamas ist sie meist die ersten Ansprechpartner, die Hebamme.
© dpa, Uli Deck, ude ink bwe

17. September 2021 - 13:02 Uhr

Studium der Hebammenwissenschaften startet in Rheinland-Pfalz

Für Schwangere und Neu-Mamas ist sie meist die ersten Ansprechpartner, die Hebamme. Sie öffnen ihr Herz und Tor, sprechen über Ängste und Sorgen. Nun soll die Hebammen-Betreuung in Deutschland noch besser werden – und zwar durch ein Studium. In Ludwigshafen startet nun das erste Semester in Hebammenwissenschaften.

Bisherige Hebammen-Ausbildung endet 2022

Ludwigshafen ist Vorreiter. An der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen (HWG) fangen Ende September die ersten angehenden Hebammen das Studium der Hebammenwissenschaften an. Seit Januar 2020 schreibt das Hebammengesetz grundsätzlich das duale Hochschulstudium mit dem Abschluss "Bachelor of Science" für die Hebammenausbildung vor. Die bisherige schulische Ausbildung endet mit der Übergangsfrist 2022.

Der neue duale Bachelorstudiengang in Ludwigshafen soll nach Angaben der Hochschule fachliche Kompetenzen für die Hebammentätigkeit vermitteln und ist mit 46 Plätzen die einzige derartige Ausbildung in Rheinland-Pfalz.

Neben dem Studium werden die angehenden Hebammen auch in Praxiseinrichtungen ausgebildet, insbesondere Krankenhäusern und hebammengeleiteten Einrichtungen.

1.300 Euro brutto für Hebammen-Studierende

"Dieser Studiengang ist anders als alles vorherige", sagt Nina Knape, Professorin für Hebammenwissenschaft und Studiengangsleiterin. Ihn zu erschaffen bezeichnet sie als sehr herausfordernd. "Jetzt sind wir für den gesamten Aufbau verantwortlich, auch dafür, dass die Studierenden alles an die Hand bekommen, was sie brauchen, um als Hebamme zu arbeiten."

Der sogenannte primärqualifizierende Studiengang in Ludwigshafen dauert sieben Semester. Die Studierenden erhalten nach Angaben der Hochschule eine Vergütung von etwa 1.300 Euro brutto im Monat.

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Deutschland eines der letzten Länder mit Hebammen-Ausbildung

Für die Geburtshilfe sei es sehr wichtig, dass eine Person, die derart viel Verantwortung trage wie eine Hebamme und alleine eine Geburt leite, eine fundierte Ausbildung habe, erklärt Knape. "Sie braucht unter anderem komplexes medizinisches und psychologisches Wissen und sie muss auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft sein."

Deutschland war das letzte Land in der Europäischen Union, das die Hebammenausbildung akademisiert hat. In manchen anderen Bundesländern wie etwa Niedersachsen hatten die Landesregierungen zügig runde Tische zur koordinierten Umsetzung des neuen Hebammenstudiums gestartet, berichtet Ingrid Mollnar, Vorsitzende des Hebammenlandesverbandes Rheinland-Pfalz.