Asyl in Polen "wahrscheinlich"

Entführungs-Krimi um belarussische Olympia-Starterin Timanowskaja

02. August 2021 - 18:21 Uhr

Timanowskaja ist wohl in Sicherheit

Was für ein beängstigender Krimi um die belarussische Leichtathletin Kristina Timanowskaja. Nach ihrem dramatischen Hilferuf vom Sonntagabend darf sie offenbar nach Polen reisen und soll dort Asyl erhalten. Dies sagte ihr Ehemann dem Büro der Nachrichtenagentur AFP in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Die Sportlerin, die nach der Einschätzung der Opposition von den autoritären Behörden ihres Landes aus Japan entführt werden sollte, traf demnach am Vormittag bereits in Polens Vertretung in Tokio ein. Unsere RTL-Reporterin erklärt oben im Video, wie es jetzt für Timanowskaja jetzt weitergeht.

Mann ist bereits nach Kiew geflohen

"Sie wird wahrscheinlich nach Polen gehen", erklärte Arseni Zdanewitsch. Er selbst sei von Belarus nach Kiew geflohen. Er sagte weiter, dass er hoffe, seiner Frau "in naher Zukunft" nach Polen zu folgen. Auch Tschechien und weitere europäische Länder hatten ihr offenbar Zuflucht angeboten.

Die 24-Jährige hatte die Nacht zum Montag in einem Hotel am Tokioter Flughafen Haneda verbracht, nachdem sie über die Sozialen Medien die Angst geäußert hatte, gegen ihren Willen zurück nach Belarus gebracht zu werden. Dabei hatte sie auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) um Hilfe angerufen.

IOC-Sprecher Mark Adams bestätigte am Montagvormittag, Timanowskaja sei "sicher", der Ringeorden habe erneut Kontakt zu ihr gehabt und das belarussische NOK aufgefordert, schriftlich zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen.

Timanowskaja kritisierte den Verband

Am Montagvormittag stand die Sprinterin ursprünglich in der Startliste für einen Vorlauf über 200 m bei den Olympischen Sommerspielen. Das belarussische NOK erklärte öffentlich, dass Timanowskaja "aufgrund ihres emotionalen und psychologischen Zustands" nicht mehr an den Spielen teilnehmen könne.

Auslöser der Affäre war offenbar ein mittlerweile gelöschtes Video, das Timanowskaja bei Instagram gepostet hatte. Darin kritisierte sie den belarussischen Leichtathletikverband. Timanowskaja gab an, sie sei gezwungen worden, am 4x400-Rennen teilzunehmen, weil der Verband nicht die Anzahl ausreichender Dopingkontrollen für die Athletinnen gewährleistet habe, die für die Staffel vorgesehen waren.