Stadt setzt UEFA unter Druck

München will Regenbogenfarben für die EM-Arena

21. Juni 2021 - 18:20 Uhr

Stadt München macht sich für buntes Stadion stark

Es wird kunterbunt: Die Stadt München setzt die Europäische Fußball-Union (UEFA) unter Druck und will die Münchner EM-Arena offiziell in Regenbogenfarben erleuchten lassen. Der Verband muss die "Regenbogen-Frage" rasch beantworten.

Im Video: Bayerns Ministerpräsident Söder unterstützt den Vorstoß

"Zeichen im Sinne der Weltoffenheit und Toleranz"

ARCHIV - 09.07.2016, Bayern, München: Die Hülle der Allianz Arena leuchtet anlässlich des Christopher Street Days in Regenbogenfarben. (zu dpa: «Lesben- und Schwulenverband für EM-Stadion in Regenbogenfarben») Foto: Tobias Hase/dpa +++ dpa-Bildfunk +
Strahlt die EM-Arena am Mittwochabend in diesen Farben?
© dpa, Tobias Hase, tha fpt mj kde

Kurz vor dem letzten Vorrundenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Mittwoch gegen Ungarn (21.00 Uhr) muss die UEFA eine rasche Antwort auf "Regenbogen-Frage" geben. Die Stadt München hat ihre Forderung nach einer in sechs Farben erleuchteten Arena am Montag offiziell formuliert.

Es gehe um "ein Zeichen im Sinne der Weltoffenheit und Toleranz" sowie "ein weithin sichtbares Signal für unser gemeinsames Werteverständnis", heißt es in dem Schreiben von Oberbürgermeister Dieter Reiter an den UEFA-Präsidenten Aleksander Ceferin und das deutsche Exko-Mitglied Rainer Koch, das den fraktionsübergreifenden Willen des Münchner Stadtrats widerspiegelt.

Das Augenmerk des Parlaments gilt laut Reiter "den Einschränkungen, die in Ungarn zu Lasten der Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender (LGBTIQ) gegeben sind". Er appelliert deshalb an die UEFA, "sich auch darüber hinaus gerade aus Anlass der EURO 2020 mit deren medialer Reichweite nachdrücklich und sichtbar für Toleranz und Gleichstellung einzusetzen."

Hintergrund des Protestes ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt und das erst am Dienstag vom ungarischen Parlament gebilligt wurde. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orban. Entsprechend laut war die Forderung nach einem klaren Zeichen bei der Fußball-EM in Deutschland geworden.

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Wie reagiert der Verband?

Nun liegt der Ball in der Hälfte des Verbandes, der in seiner Rolle als Ausrichter die Entscheidung fällen muss. Zu welchem Ergebnis die UEFA kommt, scheint offen zu sein. Die Signale, die vom Turnierveranstalter zuletzt ausgesandt wurden, waren jedenfalls unterschiedlich.

Auf der einen Seite untersucht die UEFA die Berichte über Diskriminierungen am EM-Spielort Budapest. Andererseits überprüfte der Verband die Regenbogenbinde des deutschen Kapitäns Manuel Neuer in den beiden bisherigen Gruppenspielen - was trotz einer raschen Einstellung des Verfahrens für große Verwunderung gesorgt hat. Neuer wird seine Regenbogenbinde trotz des Rummels darum auch gegen Ungarn tragen. (msc/sid/dpa)