Wundervolle Wembley-Geste

England-Fan schenkt Krebspatientin Finaltickets

Laura Nuttall am Finaltag.
Laura Nuttall am Finaltag.
© Facebook/DoingItForLaura

14. Juli 2021 - 10:43 Uhr

Eine Geste, die berührt!

Es ist eine der rührendsten Wembley-Geschichten überhaupt. Die 21-jährige Studentin Laura Nuttall leidet an einem unheilbaren Gehirntumor. Ein England-Fan schenkte ihr zwei Final-Tickets für das EM-Endspiel in London und verwirklichte ihr damit einen großen Traum.

Laura Nuttall kämpft seit 2018 gegen den Tumor

Eine Lebensgeschichte, die unter die Haut geht und trotz aller Tragik Mut macht!

Bei einer Routine-Untersuchung der Augen vor knapp drei Jahren ereilte Laura die Schock-Diagnose: Sie hat einen bösartigen Tumor im Gehirn. Die Ärzte übermittelten ihr damals die Prognose: Sie habe noch gut 12 Monate Lebenszeit.

Zusammen mit ihrer Familie legt sie eine Spenden-Seite an ("Wir machen es für Laura"), beginnt eine Bestrahlungs- und Chemotherapie, unterzieht sich einer Hirn-Operation, bei der ein Tumor entfernt wird, der so groß ist wie ein Golfball.

Sie fliegt regelmäßig nach Deutschland

Die Spenden ermöglichen ihr auch eine spezielle Therapie in Deutschland. In Köln kümmern sich Experten um sie, Laura erhält dort eine Immuntherapie. Ihr Körper reagiert positiv.

"Ich versuche mein Leben so normal wie möglich zu leben, aber es ist nicht einfach", sagte sie 2019 der BBC. Laura erholt sich langsam, studiert mittlerweile Politik, Philosophie und Wirtschaft in Manchester.

Sie beschließt, jeden Moment Lebenszeit auszukosten. Laura legt schon nach der Diagnose eine "Bucket List" an, also eine Liste mit schönen Dingen und Erlebnissen, die sie sich vor dem Tod erfüllen will. Und sie macht einen Haken nach dem anderen dran: Sie trifft zum Beispiel Michelle Obama, geht auf ein Paul McCartney-Konzert, lernt Baggerfahren oder besucht den FC Everton und dessen Keeper Jordan Pickford, der auch Englands Nationalkeeper ist.

Und nun das EM-Finale im englischen Heimstadion. Wie kam es dazu? Ein englischer Fan hatte für das historische Finale der Engländer zwei Tickets ergattert. Seine Idee: Die Karten an jemanden übergeben, der gerade eine harte Zeit durchlebt. Auf Twitter bat Shaun Reddington um Vorschläge. Über 300 Mails und Nachrichten erreichten ihn. Er entschied sich für Laura, ihre inspirierende Geschichte hatte ihn tief bewegt.

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Mit diesem Tweet fing es an

Laura reiste mit ihrem Onkel aus dem Norden Englands in die Hauptstadt zum großen Final-Tag. In den sozialen Netzwerken teilte ihre Mutter Nicola die Bilder voller EM-Euphorie. Laura in England-Trikot, in eine Flagge gehüllt und sogar mit England-Mundschutz.

"Was für ein Erlebnis für Laura. Wir sind sehr traurig für das Team aber immer noch stolz auf diese fantastischen jungen Männer und was sie erreicht haben auf und neben dem Feld. Danke Dir Sean Reddington für diesen fantastischen Abend", schrieb Mutter Nicola, die immer noch von der "unglaublichen Zufall-Geste der Freundlichkeit." begeistert ist.

Lauras Kampf gegen den Krebs geht weiter, die Familie sammelt für die andauernde Therapie in Deutschland. Und Mutter Nicola weiß: "Auf Lauras Liste stehen viele Dinge, die sie noch tun möchte." (msc)

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