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Elfer-Thriller: Der Wahnsinn hat einen Namen ... Schweiz

Eidgenossen hauen Frankreich raus!

Elfer-Thriller: Der Wahnsinn hat einen Namen ... Schweiz

Nichts für schwache Nerven

Was war denn hier los?! Die Schweiz hat nach einer sensationellen Aufholjagd Topfavorit Frankreich aus dem Turnier gekegelt. In einem dramatischen Spiel setzten sich die Eidgenossen mit 5:4 im Elfmeterschießen durch. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 3:3 gestanden. Für die Schweiz ist es der erste Sieg in einem K.o.-Spiel der EM-Geschichte. In der nächsten Runde wartet Spanien.

Frankreich vor der Pause desolat

Klar ist bei diesem Turnier, dass nichts klar ist. Frankreich – Favorit – überlegen? Schweiz – Außenseiter – chancenlos? Pustekuchen! Die Eidgenossen kauften der Mannschaft von Didier Deschamps den Schneid ab. Hohes Pressing, bissige Zweikampfführung, die Elf um Xherdan Shaqiri gab den Takt vor. Und kam zu Chancen. Steven Zuber mit einer scharfen Flanke in den 16er, Haris Seferovic sprang am höchsten – 1:0 für die Schweiz.

Die hochdekorierte Offensive um Kylian Mbappe fand gar nicht statt. Ein Weitschuss von Adrien Rabiot (29.) - das einzige offensive Lebenszeichen der „Equipe Tricolore“. 40 Minuten waren gespielt und Schweiz-Keeper Yann Sommer musste nicht einmal eingreifen. Kein Tempo, keine Ideen. Deschamps ruderte ratlos mit den Armen an der Seitenlinie.

Eine verrückte Aufholjagd

Neue Halbzeit, gleiche Probleme. Für die Franzosen. Im Spiel nach vorne lief nichts zusammen. Stattdessen Harakiri-Aktionen in der Defensive. Benjamin Pavard räumte in Western-Manier Zuber ab, Elfer nach VAR-Entscheid. DIE Chance zum 2:0, doch Ricardo Rodriguez (55.) scheiterte an Hugo Lloris. Ein Weckruf für Frankreich. Mbappe mit einem feinen Pass in den Lauf von Karim Benzema (57.) - der Ausgleich. Und der löste den Knoten. Kaum 70 Sekunden später: Hacke-Spitze-1-2-3 über Mbappe, Antoine Griezmann und? Ja, Benzema. Das 2:1.

Und da war sie! Die Leichtigkeit im Spiel des Weltmeisters. Wie ausgewechselt ging plötzlich die Post ab. In der 75. Minute ein Traumtor: Paul Pogba holte den Hammer raus – aus rund 22 Metern knallte der Mittelfeldhüne das Leder in den Winkel. 3:1.

Die Schweiz zeigte Moral. Und wie! Wieder war Seferovic (81.) mit dem Kopf zur Stelle, der Traum vom Viertelfinale lebte. 2:3. Nur vier Minuten später der vielumjubelte Ausgleich! Oder? Nein! Mario Gavranovic stand beim vermeintlichen 3:3 im Abseits. Nicht mit mir – sagte sich Gavranovic. Wie von der Tarantel gestochen jagte er durch den französischen Strafraum, ließ Presnel Kimpembe alt aussehen und hämmerte die Kugel ins Netz – 3:3. In der 90. Minute. Einfach nur Wahnsinn!!! Das war’s? Nö. In der vierten Minute der Nachspielzeit hatte Kingsley Coman den Sieg auf dem Schlappen, sein Schuss rauschte an die Latte. Verlängerung. Durchatmen. Für alle.

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Mbappe der tragische Held

In der Extra-Time ließ der erste Aufreger nicht lange auf sich warten. Pavard (95.) kam aus fünf Metern zum Abschluss, Sommer entschärfte das Leder mit einem klasse Reflex. Und Frankreich? Mbappe (109./110.) ließ mit zwei Aktionen seine Gefährlichkeit aufblitzen. Doch große Möglichkeiten blieben Mangelware. Beide Mannschaften zollten dem harten Fight und den hohen Temperaturen Tribut. Die logische Konsequenz: Elfmeterschießen. Tragischer Held wurde Mbappe. Nachdem zuvor alle Schützen getroffen hatten, scheiterte der Angreifer an Sommer. Die Sensation war perfekt! (tme)