9. April 2019 - 16:00 Uhr

Serien-Anwälte im Gespräch mit einem Juristen

Ein Kratzer in einem anderen Auto – das ist doch alles nicht so schlimm, oder? Doch! Denn wer einfach abhaut, riskiert eine Strafanzeige. Warum? Das klären die "Beck is back!"- Stars Bert Tischendorf und Andreja Scheider zusammen mit Rechtanwalt Matthias Herold. Die Antworten gibt's im Video.

Große Strafen selbst für kleine Schäden

Es ist egal, ob es ein ausversehen abgefahrener Rückspiegel oder auch nur eine winzige, kaum sichtbare Delle ist. Wer sich als Unfallverursacher einfach verdrückt, macht sich strafbar. Denn laut §142 des Strafgesetzbuches ist das "unerlaubte Entfernen vom Unfallort" eine Straftat. Wird nach der Tat der flüchtige Fahrer ermittelt, zum Beispiel durch Zeugen, drohen je nach Schaden hohe Geldstrafen, Punkte in Flensburg, Führerscheinentzug oder gar eine Gefängnisstrafe.

Ein Beispiel: Bei einem Schaden von bis 1.200 Euro droht eine Geldstrafe von rund einem Monatsgehalt. Das kann schon bei einem kleinen Rempler an einer Stoßstange oder einem Kratzer in einer Tür der Fall sein. Bei größeren Schäden steigen auch die Strafen.

Hinzu kommt, dass der Unfallverursacher auch immer noch für den materiellen Schaden aufkommen muss. In diesem Fall vielleicht sogar ganz aus eigener Tasche. Denn viele Versicherungen, die den Schaden sonst ohne Probleme übernommen hätten, zahlen bei Fahrerflucht nicht mehr oder holen sich das Geld später beim Verursacher zurück.

Was Sie machen können, wenn ihr Auto angefahren wurde, erfahren Sie hier.

So verhält man sich richtig

Wer also einen noch so kleinen Unfall verursacht, muss sicherstellen, dass seine Person erfasst ist. Passiert der Unfall während der Fahrt, sollten die Unfallteilnehmer direkt anhalten und die Situation klären. Bei einem Schaden an einem parkenden Auto sollte man zunächst eine "angemessene Zeit" von etwa 30 Minuten warten, ob der andere Fahrzeughalter vorbei kommt. Besteht die Möglichkeit zu warten nicht, oder kommt niemand vorbei, muss die Polizei informiert werden. Diese kann über das Kennzeichen den anderen Autobesitzer ermitteln.

Warum es nicht reicht, einen Zettel zu hinterlassen, erklärt Anwalt Matthias Herold im Video.

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Wie der Fall bei "Beck is back!" ausging, gibt es bei TVNOW online zu sehen. Die neuen Folgen von der RTL-Serie laufen immer dienstags um 20:15 Uhr auf RTL.