DSDS 2017: Sängerin Michelle spricht im Interview über ihren Jurorenjob

© RTL, Stefan Gregorowius

18. Januar 2017 - 8:20 Uhr

DSDS-Jurorin Michelle im Interview

Kein Wunder, dass Michelle nun schon zum zweiten Mal Platz in der DSDS-Jury nimmt: Die Schlagersängerin kann auf 26 Jahre Erfahrung in der Musikbranche zurückblicken. Bei "Deutschland sucht den Superstar" 2017 sitzt sie nun neben Dieter Bohlen, H.P. Baxxter und Shirin David in der Jury. Im Interview mit uns erzählt sie, worauf sie bei den Kandidaten achtet und ob sie sich selber als "strenge Jurorin" sieht.

Schlagerstar Michelle über ihre Arbeit als DSDS-Jurorin

Michelle, Sie sind nun schon das zweite Mal als Jurorin bei DSDS dabei. Wie kam's dazu ?

Michelle: "Mir hat es beim ersten Mal schon tierisch viel Spaß gemacht und mir war schon nach dem zweiten Tag klar, dass ich auch in den nächsten Staffel wieder gerne dabei wäre. Auch innerhalb der Jury hat es sehr gut funktioniert und war harmonisch."

Was macht Ihnen an diesem Job besonders viel Spaß?

"An meinem Job als Jurorin macht mir besonders viel Spaß, dass ich 'Ich' sein kann. Außerdem ist es toll, den Kandidaten, die wir aussuchen, beim Wachsen zuzusehen – wie sie an sich arbeiten und ihr Ziel verfolgen. Es ist großartig, dass wir daran teilhaben können, vor allem, wenn sie das Ziel am Ende auch erreichen."

Sie gelten als recht strenge Jurorin, sehen Sie das auch so?

"Ich bin einfach ich selbst und sage, was ich denke. Ich bin einfach ehrlich. Ob man das als streng oder ehrlich bezeichnet … Ich sage, was ich denke und lasse keinen Kandidaten weiter, nur weil ich ihn süß finde. Ich spiele bei DSDS keine Rolle und muss mich nicht verstellen. Wer mich kennt, weiß, dass ich das Herz häufig auf der Zunge trage. Ich bin zu mir selbst auch immer ehrlich, deshalb muss ich es auch zu anderen sein."

Worauf können sich die Zuschauer in der neuen Staffel freuen?

"In der neuen Staffel wird sich das Motto 'No Limits' wieder präsentieren. Wir haben super Kandidaten. Wir haben verrückte Kandidaten. Das Motto wird bedient wie nie zuvor. Wir haben nicht nur unterschiedliche Musikrichtungen. Auch die Kandidaten unterscheiden sich alle sehr voneinander und sind teilweise echt verrückt – so war es beim letzten Mal bei Weitem nicht. Ich bin mir sicher, dass wir da noch eine Schippe drauf legen können. Es wird auf jeden Fall sehr lustig und unterhaltsam."

Was halten Sie vom neuen Recall-Konzept?

"Ich finde das neue Konzept sehr gut, da es dadurch lebendiger wird. Die Kandidaten können sich nie so richtig sicher sein. Sie müssen ständig mit einer belebenden Konkurrenz rechnen, da immer wieder neue Kandidaten dazu kommen können. Es kann zum Beispiel sein, dass eine Kandidatin, die Rock singt, sich recht sicher fühlt, da sie die einzige mit dieser Musikrichtung ist. Und plötzlich erscheint eine andere Rock-Musikerin auf der Bildfläche und verunsichert sie. Dadurch behält man immer frischen Wind in der Sendung, und ich denke, das macht es so spannend und interessant."

Sie hatten einige Auf's und Ab's in Ihrer Karriere. Was können Sie den Kandidaten für Ratschläge geben?

"Grundsätzlich sollte man sich nicht verbiegen lassen. Dennoch sollte man auch bereit sein, Ratschläge anzunehmen. Das ist ganz wichtig. Gerade, wenn man am Anfang seiner Karriere steht, sollte man auf die Menschen hören, die bereits länger in der Branche sind. Doch ich finde es wichtig, dass man sich im Kern nicht verändert. Bei mir war es zum Beispiel so, dass mir mit 17 Jahren immer gesagt wurde, ich solle doch ein Tüll-Kleid anziehen. Aber das wollte ich nicht, denn das bin ich einfach nicht. Man darf auf keinen Fall etwas darstellen, was man nicht ist. Nur, wenn man hinter sich selbst steht, können es auch die anderen Menschen annehmen. Denn dann kommt es aus dem Herzen. Und nur dann kommt es bei den Menschen an."

Wird es immer schwieriger im Musikbusiness Erfolg zu haben?

"Nein. Man sollte einfach nur so sein wie man ist. Das ist auch meine Devise. Heute noch mehr als es früher war. Ich bin keine 17 mehr und höre auch nicht mehr auf das, was mir andere sagen. Heute weiß ich selbst, was für mich gut ist und was nicht. Das sagt mir mein Gefühl. Grundsätzlich aber wächst der Druck, wenn man immer nur daran denkt, was man tun kann, um erfolgreich zu sein. Das ist der falsche Weg. Im Endeffekt muss man mit sich selbst im Reinen sein. Dann ist alles andere eigentlich gar nicht so wichtig."

Letztes Jahr hatten Sie einen sehr guten Riecher. Sie haben Prince Damien Ihre goldene CD gegeben und er hat gewonnen. Haben Sie noch Kontakt?

"Natürlich haben wir Kontakt. Wir sind im gleichen Management. Ich verfolge seinen Weg. Aber er hat genau so viel zu tun wie ich, daher trifft man sich sehr selten."

Haben Sie unter den diesjährigen Kandidaten schon Jemanden ausgemacht, der der nächste Superstar werden könnte?

"Wer es am Ende macht, liegt nicht in meiner Hand, sondern in den Händen der Zuschauer. Es kommt ganz darauf an, ob sie dieses Jahr eher auf Schlager stehen oder auf deutschen Pop oder Balladen. Wählen die Zuschauer eher jemanden aus, der 'Everbody's Darling' ist oder den Mädchenschwarm? Wir haben auf jeden Fall alles dabei. Möge der Beste gewinnen."

Wie schlägt sich denn Shirin David als neue DSDS-Jurorin?

"Sie integriert sich sehr gut und ich finde, dass die Jury dieses Jahr in dieser Konstellation auch perfekt ist. Shirin macht gute Arbeit und es harmoniert sehr."