Einfach und schnell gemacht

Dosentomaten werden knapp! Tolle Rezepte für leckere Alternativen

Da Dosentomaten teurer werden, kann es sich lohnen, passierte Tomaten und Co. selber zu machen. Doch auch andere Gemüsesorten kommen als Belag für Pizza und Sauce für Pasta in Frage.
Da Dosentomaten teurer werden, kann es sich lohnen, passierte Tomaten und Co. selber zu machen. Doch auch andere Gemüsesorten kommen als Belag für Pizza und Sauce für Pasta in Frage.
© iStockphoto, Zaripov Andrei

03. Mai 2022 - 13:11 Uhr

von Nora Rieder

Nach Mehl und Sonnenblumenöl droht nun das nächste Lebensmittel knapp zu werden: Kundinnen und Kunden könnten bald im Supermarkt immer öfter auch vor leeren Dosentomaten-Regalen stehen. Doch mit ein wenig Vorbereitung und schnellen Rezepten können Sie passierte Tomaten, Tomatenmark und Co. ganz einfach selber machen. Und auch andere Gemüsesorten eignen sich als Saucengrundlage.

Vielfältige Gründe begünstigen Mangel an Dosentomaten

Knapper werdende Anbauflächen infolge des Ukraine-Kriegs, Mangel an Dosen und Glasflaschen sowie Hamsterkäufe: Die Gründe für die Versorgungsengpässe bei Dosentomaten sind vielfältig. Und wer noch welche bekommt, wird für die Tomaten aus der Dose zukünftig wohl mehr zahlen müssen. Gründe genug also, nach Alternativen zu schauen.

Denn für viele Menschen zählen Pizza, Spaghetti Bolognese oder Lasagne zu den absoluten Lieblingsgerichten, die regelmäßig auf dem Teller landen. Und genau für diese benutzen viele Dosentomaten.

Mit ein paar Tricks und leckeren Rezepten sorgen Sie für Entspannung an der Tomaten-Front.

Lese-Tipp: Mehl ausverkauft? So ersetzen Sie Lebensmittel durch andere

Passierte Tomaten easy selber machen - und zwar so!

Dosentomaten sind vor allem wegen ihres tollen Aromas so beliebt. Die für die Herstellung verwendeten Eiertomaten stammen in der Regel aus Italien. Dort werden sie direkt nach der Ernte geschält und in der Dose eingekocht. Daher sind sie vor allem vom Herbst bis zum Frühjahr, wenn frische Tomaten bei uns Mangelware sind, ein guter und leckerer Ersatz für diese. Außerdem lassen sich mit Tomaten aus der Dose oder dem Glas blitzschnell Pizzaböden belegen, Nudelsaucen zaubern oder Suppen verfeinern.

Doch vor allem von April bis Oktober, wenn Tomaten auch bei uns Saison haben, können Sie Dosentomaten ganz einfach durch frische, reife Tomaten ersetzen. Diese erkennen Sie an der leuchtend roten Farbe. Wollen Sie sie ohne Schale verwenden, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

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  • Schneiden Sie in den Boden der Tomaten kreuzförmig ein.
  • Geben Sie die Tomaten für etwa 10 Minuten in kochendes Wasser.
  • Lassen Sie sie anschließend abkühlen. Dazu können Sie sie in Eiswasser geben. Dadurch sind sie leichter zu bearbeiten.
  • Ziehen Sie dann die Schale ab.

Passierte Tomaten

können sie folgendermaßen selbst herstellen:

Zutaten für 700 Milliliter:

  • 1 kg Tomaten
  • etwas Öl
  • 10 g Salz
  • 1 TL Zucker
  • Pürierstab

Zubereitung:

  1. Waschen Sie die Tomaten und ritzen Sie sie anschließend kreuzweise an der Unterseite ein.kreuzweise ein. Das erleichtert später das Abziehen der Schale.
  2. Bringen Sie Wasser in einem großen Topf zum Kochen und geben Sie die Tomaten hinein. Lassen Sie sie darin wenige Minuten ziehen und gießen Sie das Wasser dann ab.
  3. Lassen Sie die Tomaten abkühlen und enthäuten Sie sie. Vierteln und entkernen Sie sie anschließend. Außerdem sollten Sie den Strunk entfernen.
  4. Geben Sie etwas Öl in einen großen Topf und füllen Sie die Tomatenstücke mit dem Salz und Zucker hinzu.
  5. Schmoren Sie die Tomaten an und lassen Sie sie im Anschluss etwa 20 Minuten bei geringer Hitze und unter gelegentlichem Rühren vor sich hin köcheln, bis sie zerfallen.
  6. Pürieren Sie die Tomaten anschließend mit einem Pürierstab.
  7. Kochen Sie die passierten Tomaten anschließend noch einmal auf und lassen Sie sie einige Minuten eindicken.

Wichtig: Kaufen Sie möglichst saisonal und regional, das heißt beim Gemüsehändler vor Ort oder auf dem Wochenmarkt, ein. Wer auf Bio-Produkte setzt, kann sicher sein, dass das Gemüse nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt ist, die der Gesundheit schaden können.

Wenn Sie größere Mengen passierte Tomaten herstellen möchten, können Sie bei einem Direktvermarkter Ausschussware fragen. Denn oftmals werden Früchte, die zu klein, groß oder überreif sind, nicht verkauft. Auf diese können Sie nicht nur Geld sparen, sondern beugen auch Lebensmittelverschwendung vor.

Für die Aufbewahrung von Tomaten gilt: Lagern Sie sie immer bei Zimmertemperatur. Sie sind kälteempflindlich und verlieren im Kühlschrank ihr Aroma.

Lese-Tipp: Frisch besser als verarbeitet? Nicht immer! Diese vermeintlich ungesunden Lebensmittel sind besser als ihr Ruf

Tomatenmark selbst zubereiten: So einfach geht's!

Besser als kaufen ist selber machen – das gilt auch für Tomatenmark. Mit diesem Rezept können sie schnell und günstig einen Vorrat anlegen.

Zutaten für 500 Milliliter:

  • 2 Kilogramm reife Tomaten
  • 16 g Salz
  • nach Belieben: Pfeffer, Knoblauch, Basilikum, Chili
  • mehrere Schraubgläser (ausgekocht)

Zubereitung:

  1. Waschen Sie die Tomaten und ritzen Sie sie anschließend kreuzweise an der Unterseite ein.kreuzweise ein. Das erleichtert später das Abziehen der Schale.
  2. Bringen Sie Wasser in einem großen Topf zum Kochen und geben Sie die Tomaten hinein. Lassen Sie sie darin wenige Minuten ziehen und gießen Sie das Wasser dann ab.
  3. Lassen Sie die Tomaten abkühlen und enthäuten Sie sie. Vierteln und entkernen Sie sie anschließend. Außerdem sollten Sie den Strunk entfernen.
  4. Geben Sie die Tomatenstücke jetzt zurück in den Topf und pürieren Sie sie.
  5. Salzen und würzen Sie das Masse nach Belieben und kochen Sie sie im Anschluss für etwa 20-30 Minuten, bis sie eingedickt ist. Lassen Sie sie danach abkühlen.
  6. Legen Sie ein großes Sieb mit einem sauberen Geschirrhandtuch aus und stellen Sie das Sieb über eine Schüssel oder einen Topf.
  7. Geben Sie nun die Tomatenmasse in das Sieb und binden Sie das Tuch zu. Geben Sie alles für mehrere Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank.
  8. Füllen Sie das Tomatenmark am nächsten Tag in ausgekochte Schraubgläser und bewahren Sie es im Kühlschrank auf.
  9. Für eine längere Haltbarkeit können Sie das Tomatenmark in den Schraubgläsern in einem Topf mit Wasser für etwa 5-10 Minuten auf über 85 Grad erhitzen. Dadurch werden Keime abgetötet und das Tomatenmark pasteurisiert.

Tomatenmark ist übrigens nicht nur eine leckere Zutat für Pizza und Pasta. Auch als Brotaufstrich schmeckt es und sorgt als Butter- oder Margarine-Alternative für Abwechslung. Außerdem sparen Sie dadurch Kalorien und versorgen Ihren Körper nebenher mit wertvollen Vitaminen. Das enthaltene

Lycopin

, das Tomaten ihre rote Farbe verleiht, Lycopin, pusht zudem die Immunabwehr, schützt vor

Herz-Kreislauferkrankungen

und beugt Krebs vor, indem es

freie Radikale

unschädlich macht.

Lese-Tipp:

Öko-Test checkt passierte Tomaten: Schimmelpilzspuren oder Pestizide in jedem fünften Tomatenpüree

Diese Obst- und Gemüsesorten eignen sich als Tomaten-Ersatz

Auch wenn Tomaten die Basis vieler Saucen sind, kann es sich lohnen, mal etwas Neues auszuprobieren. So ist beispielsweise auch Paprika ein super Ersatz für Tomaten. Dank des süßlichen Geschmacks – vor allem von roten und gelben Paprikaschoten - mögen sie auch Kinder. Sie können die Paprika genau wie Tomaten passieren und als Belag für Pizzen oder zur Herstellung von Saucen verwenden.

Auch Kürbismus ist eine ideale, ebenfalls süßliche Alternative zu passierten Tomaten, die Sie vielfältig einsetzen können.

Rezept für Kürbismus

Zutaten:

  • 1 Kürbis (zum Beispiel Hokkaido)
  • Schraubgläser (ausgekocht)

Zubereitung:

  1. Kürbis waschen und (je nach Kürbissorte) schälen.
  2. Entkernen Sie den Kürbis und schneiden Sie ihn in kleine Stücke schneiden.
  3. Kochen Sie die Kürbisstücke in einem großen Topf mit etwas Wasser (50 ml pro 300 g Kürbis) weich.
  4. Pürieren Sie die Stücke anschließend mit einem Stabmixer.
  5. Füllen Sie das Kürbismus anschließend in ausgekochte Schraubgläser. Lassen Sie nach oben zum Rand hin 2-3 cm frei.
  6. Lagern Sie es anschließend im Kühlschrank. Es hält sich etwa zwei Wochen.

Wer es eher fruchtig mag, kann auch Hagebuttenmark als Basis für Suppen und Saucen verwenden. Es liefert reichlich Vitamin C und ist eine gesunde Alternative zu Tomaten- oder Paprikamark.

Rezept für Hagebuttenmark

Zutaten:

  • 2 kg Hagebutten
  • 1 l Wasser
  • Schraubgläser

Zubereitung:

  1. Waschen Sie die Hagebutten gründlich. Schneiden Sie die Enden sowie den Blütenansatz ab.
  2. Kochen Sie die Hagebutten mit einem Liter Wasser über zwei Stunden unter häufigem Rühren zu einer breiigen Masse.
  3. Passieren Sie die Masse anschließend durch ein Sieb. Alternativ können Sie sie auch mit einem Pürierstab pürieren.
  4. Füllen Sie das Hagebuttenmark anschließend in Schraubgläser.
  5. Für eine längere Haltbarkeit können Sie es dann noch einmal für etwa 30 Minuten auf über 85 Grad erhitzen, damit der Deckel anzieht und das Mark länger haltbar ist.

Viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit.

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