Liebe Nachbarn, warum seid ihr so?

Diese Nachbarschaftstypen kennen wir alle

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27. Mai 2019 - 10:26 Uhr

von Anna Kriller

Wir lieben sie, wir hassen sie, solange wir aber nicht in die völlige Einsamkeit ziehen, werden sie immer da sein: unsere Nachbarn. Kaum jemand hat so viele Vor- und gleichzeitig so viele Nachteile wie die lieben Menschen, die direkt neben, unter oder über uns wohnen. Je nach Art des Nachbarn können sich diese aber sehr unterscheiden. Wir haben uns die verschiedenen Nachbarschaftstypen mal genau angeschaut.

Der Paketannehmer

Er ist vermutlich der beliebteste der verschiedenen Nachbarschaftstypen. Er oder sie ist aus irgendeinem Grund immer zu Hause (Rentner, Elternzeit, Hausfrau oder arbeitslos), während wir selbst den ganzen Tag nicht daheim sind, und nimmt all die Päckchen an, die wir uns aufgrund unserer knappen Freizeit online bestellen.

Fein säuberlich liegen die angenommenen Pakete dann vor unserer Wohnungstür und entlasten uns vom nervigen Gang zur Postfiliale, wo das Päckchen sonst abgegeben worden wäre. Also, danke dafür! Auch wenn wir uns jedes Mal ein ganz kleines bisschen schlecht fühlen, weil unser Bestellwahn mal wieder eeeeetwas ausgeartet ist...

Der Sex-Nachbar

Okay, natürlich freuen wir uns total, wenn unsere Nachbarn ein erfülltes Sexleben haben. Das ist gesund und auf Dauer sind wir so sicher alle glücklicher. Aaaaber: Alles wollen wir davon wirklich nicht mitbekommen... Stöhnen zu jeder Tages- und Nachtzeit, kontinuierliches Bettgequietsche und Kondome im Hausflur - alles schon erlebt. Also, habt Spaß, tobt euch aus, aber repariert bitte euer Bett und lasst die Kondome in der Wohnung.

Der Messie

"Ach, das kann ich kurz vor die Tür stellen, bring ich dann später runter." - So oder so ähnlich muss der Messie wohl denken, wenn er wieder mal Teile seines Mobiliars, volle Müllsäcke oder Umzugskisten in den Hausflur stellt. Ist ja auch gar nicht wild - für ein paar Stunden. Zur Not auch ein paar Tage. Allerdings gehört der Hausflur ja nicht wirklich zur eigenen Wohnung, sondern der ganzen Hausgemeinschaft.

Zieht der Messi die Ausweitung seiner Stellfläche dauerhaft durch, könnte es leicht zu Unstimmigkeiten mit den Nachbarn kommen. Und sind wir mal ehrlich: Wenn der Müll schon anfängt zu stinken, wird's einfach zu eklig!

Der Kontrolletti

Er weiß alles, sieht alles und vor allem eins: Er kontrolliert alles. Der Kontrolletti verbringt gefühlt den ganzen Tag mit dem Beobachten aller Vorgänge im Haus oder in der Nachbarschaft. An Fenster, Gartenzaun oder Türspion hat er dabei den besten Überblick.

Wer gerade mit wem anbandelt, wer den Papiermüll mal wieder verstopft hat und wer wann nach Hause kommt: Ihm entgeht nichts. Und daran möchte er auch alle teilhaben lassen. Wahlweise in Mieter- oder Eigentümerversammlungen, bei der Hausverwaltung oder mit dezenten Zettel-Hinweisen, wie man Sachen besser machen könnte, im Hausflur.

Der Sänger

Musik ist doch was Feines. Und ja, gegen eine nette Hintergrundbeschallung ist auch nichts zu sagen. Ufert die Leidenschaft für Musik aus, kann's aber auch nervig werden. Vor allem, wenn der eigene Musikgeschmack ganz anders ist.

Eine Abwandlung zum Musikhörer ist der Sänger. Dieser beglückt uns hin und wieder mit emotionalen Gesangseinlagen - Aufwärmphase inklusive. Singt der Nachbar gut, hat das Ganze etwas Musicalmäßiges - hat er kein Talent, mehr von Fremdschämen...

Der Unsichtbare

Am liebsten ist uns ja fast der Nachbar, den man nie sieht. Zwar ist es ein bisschen komisch, nicht zu wissen, wer genau da so in der Nachbarschaft wohnt, aber wer nicht auffällt, kann auch nicht nerven.

Der Unsichtbare ist meist Einzelgänger und taucht nur alle paar Monate mal auf - wenn überhaupt. Begegnet man ihm im Hausflur, grüßt er nur mäßig und sieht man ihn außerhalb des Hauses wird er einen wohl kaum erkennen. Schlimm? Nein, denn manchmal ist man ja auch ganz froh, keinen Small Talk führen zu müssen.

Tatsächlich ist es doch aber eigentlich ganz schön, wenn man all diese Nachbarschaftstypen in einem Haus versammelt hat. Dann wird es zumindest nie langweilig...