6. März 2019 - 10:27 Uhr

Paketboten haben einen Knochenjob

Pakete bis an die Wohnungstür zu liefern, ist für Paketboten stressig und für Kunden immer häufiger frustrierend, weil Boten nicht mehr klingeln. Das könnte sich in Zukunft ändern: Die Paketdienste Hermes und DPD wollen zusätzliche Gebühren für die Zustellung bis an die Tür einführen.

Im Video zeigen wir den stressigen Alltag von Paketboten und eine mögliche Problemlösung für beide - Boten und genervte Kunden.

Sieht so die Zukunft der Paketzustellung aus?

"Wir erwarten, dass sich die Haustürzustellung branchenweit zu einem höherpreisigen Premiumservice entwickelt", sagte ein Sprecher von DPD, der Deutschland-Tochter der französischen Post. In Schweden und anderen Ländern ist das längst umgesetzt – dort zahlen Kunden für die Zustellung nach Hause extra.

Für Paketdienste ist die sogenannte "letzte Meile", also das letzte Stück der Zustellung, besonders zeit- und kostenintensiv.

Der Zusteller GLS hat diese Extra-Kosten im Weihnachtsgeschäft bereits für einige Firmenkunden eingeführt. Haustürlieferungen an Privatkunden seien aufwendiger als gewerbliche Lieferungen an Firmen, wo die schnelle Annahme der Pakete gewährleistet sei, das sagte eine Sprecherin der GLS der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Ob diese Kosten von Unternehmen auf Privatkunden umgewälzt werden, ist noch unklar.

Paketzusteller kämpfen mit Masse der Pakete

Der Marktführer Deutsche Post DHL plant hingegen keine Zuschläge für Haustürzustellung. Auch Hermes und DPD betonen, sie hätten keine konkreten Vorhaben für eine baldige Umsetzung. Noch hat diese Überlegung für Kunden keine Auswirkung. Aber sie zeigt, dass die Paketzusteller unter der wachsenden Zahl an Paketen nach alternativen Modellen suchen.

Eine Alternative sind Paketshops, die laut dpa in Deutschland aber wenig genutzt werden. Auch Paketstationen gibt es zwar, aber noch nicht als flächendeckende Alternative.