Bundeskanzlerin macht EM zur „nationalen Angelegenheit"

Bierhoff macht Druck, Merkel schwört ein

10. Juni 2021 - 22:03 Uhr

Noch sind Jogis Jungs auf Kuschelkurs

Der Druck ist hoch – aber davon ist (noch) wenig zu spüren: Die Nationalmannschaft stimmt sich in ihrem Kuschelcamp auf den Kracherstart gegen Frankreich ein. Die Stimmung im Team ist prächtig, das EM-Ziel hoch gesteckt. Damit dabei auch nichts schief geht, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die DFB-Elf per Videoschalte auf das Turnier eingestimmt. Und damit direkt eine "nationale Angelegenheit" aus dem Projekt EM-Titel machen, wie Teammanager Oliver Bierhoff meint. Was Bierhoff und Ilkay Gündogan bei der ersten Pressekonferenz im DFB-Camp noch verrieten, zeigen wir oben im Video.

Bierhoff: „Ergebnis wichtig für uns alle“

Beim virtuellen "Rendezvous" mit der Kanzlerin wurde Joachim Löw die Größe seiner letzten Mission noch einmal überdeutlich ins Bewusstsein gerufen. "Das ist eine riesige Wertschätzung", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff über die Videoschalte mit Angela Merkel vor dem schwerstmöglichen Kracherstart in die EM gegen Weltmeister Frankreich und betonte: "Jedem wird deutlich, dass es eine nationale Angelegenheit und das Ergebnis wichtig für uns alle ist."

Nach eineinhalb freien Tagen zwischen quakenden Fröschen und brütenden Störchen im Kuschelcamp von Herzogenaurach wurde auch dem Letzten klar: Jetzt gilt's! "Eine deutsche Nationalmannschaft muss immer liefern", sagte Bierhoff vor dem ersten Training mit "voller Kapelle" im Team-Quartier. Die Generation der Spieler, die 2017 den Confed Cup gewann, werde zwar 2022 und 2024 "noch stärker" sein, "aber unser Ziel ist, jetzt schon zu liefern." Jetzt, bei dieser EM.

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Vor dem EM-Start fürs DFB-Team „ganz besondere Tage“

"Jetzt geht es richtig rund, es ist wichtig, die Anspannung hochzufahren", sagte Bierhoff: "Das sind ganz besondere Tage vor dem ersten Spiel, man überlegt genau, wo man steht und studiert die letzten Dinge ein." Für Löw standen die defensive Kompaktheit mit seiner Dreierkette sowie Standards erneut ganz oben auf der Tagesordnung.

Bei der ersten Einheit im Adi-Dassler-Stadion konnte er auf alle 26 Spieler zurückgreifen, auch Leon Goretzka trainierte nach seiner Muskelverletzung erstmals wieder mit der Mannschaft. Für Frankreich komme der Münchner aber "nicht infrage, das wäre zu knapp", sagte Bierhoff.

DFB-Stars wohnen bunt gemischt in WGs

Weil Löw zudem mit Joshua Kimmich rechts vor der Abwehr plant, sind in der Schaltzentrale im Mittelfeld Toni Kroos und Ilkay Gündogan gesetzt. Bei der Generalprobe gegen Lettland (7:1) klappte ihr Zusammenspiel gut - im November gegen Spanien führte es zu einem historischen Debakel (0:6). Gündogan aber versicherte, er habe sich mit Kroos darüber ausgetauscht, "wie wir die Dinge besser machen können".

Das Teamquartier bietet auch für solche Fachgespräche "traumhafte Voraussetzungen", wie Bierhoff noch einmal hervorhob. Die Spieler wurden nach einer bislang "konfliktfreien" Vorbereitung in ihren sieben Dreier- und Vierer-WGs mit jeweils einem erfahrenen "Kapitän" bewusst bunt gemischt. Auf dem "Marktplatz" begegnen sie sich zu Teamsitzungen oder zum Fußballschauen. (ana/sid)

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