Obszöner Trend oder wichtige Botschaft?Warum der Camouflage-Look jetzt ein Statement setzt

Frau mit Sonnenbrille trägt Camouflage als Statement.
Camouflage ist wieder im Kommen und kann richtig gestylt ein wichtiges Zeichen gegen Gewalt setzen.
iStockphoto

Camouflage feiert sein großes Comeback in der Fashion-Industrie. Dabei sorgt der neue Modetrend bei einigen Menschen für Entsetzen. In Zeiten wie diesen kann ein Muster im militärischen Stil abstoßend und taktlos wirken – dabei kann man sich genau diesen Effekt zunutze machen. Warum der Camouflage-Look weitaus mehr ist als ein cooles Outfit für die Freizeit und wie es im Idealfall sensibel gestylt wird.

Das große Comeback des Camouflage: Was hat es mit dem Muster auf sich?

Wir alle kennen das Camouflage-Muster, ob als modisches Accessoire oder aus der bitterbösen Realität des Krieges. Tatsächlich führt die Geschichte des Camouflages weit zurück in die Weltkriegszeit, bei der das Muster zur Tarnung entwickelt wurde. Der französische Begriff „Camouflage“ bedeutet so viel wie „Verschleierung“. Das grüne Flecktarn-Muster etwa galt als Illusion im Wald, bei der sich Krieger vor dem Hintergrund von Bäumen, Tannen oder Laub unsichtbar machen konnten.

In den 70er- und 80er-Jahren dann war der militante Look plötzlich als Sinnbild der rebellischen Jugend zu verstehen, die sich und ihren Kleidungsstil individualisieren wollten. Stars wie der Sänger John Lennon trugen das Design, um ein Symbol gegen den Vietnamkrieg in die Öffentlichkeit zu tragen. Einige Jahre später bedienten sich Hip-Hopper und Skater der Militäroutfits, insbesondere den Camouflage-Cargo-Hosen*.

Camouflage ist 2023 wieder im Trend

Jetzt sieht man den Trend wieder vermehrt auf den Laufstegen dieser Welt, in Paris, London oder New York war die dystopische Mode auf der Fashion Week kaum zu übersehen. Von Oversized-Jacken, über Hosen oder Shorts gab es alles zu entdecken. Bei bonprix etwa gibt es sogar einen Midi-Rock mit Schlitz im Camouflage-Gewand*. Der oliv bedruckte Viskose-Stoff mit Gummiband liegt eng an der Hüfte, fällt aber in A-Linien-Form locker um die Beine. In Kombination mit einem schwarzen Strickpullover und hübschen Leder-Boots entsteht ein schicker Mix aus femininer und maskuliner Mode.

  • Funfact: Camouflage nämlich wird überwiegend als hart, kantig und männlich wahrgenommen.

Ein modisches Highlight sind vor allem aber Jacken mit Camouflage-Design. Dabei variieren die Jacken in ihrer Bemusterung und vor allem Farbgebung. Zwar sind auch hier grüne Nuancen üblich, kleine Abwandlungen durch braune, fast rosafarbene Tarnkleckse wie bei der Camo-Puffer-Jacke von Urban Classics* gehen aber genauso gut. Camouflage ist viel mehr als ein grünes Tarnmuster. Typische Farbkombinationen können Schwarz-Weiß oder sogar Dunkelbraun sein.

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Wie sollte man den Military-Look am besten tragen?

  • Camouflage-Akzente: Wer Camouflage flächendeckend trägt, der fällt auf. Deshalb kann es sinnvoll sein, Camouflage dezent einzusetzen – als Muster am Schuh, kleines Musterdetail an der Hose oder als Cap.

  • Alltagstaugliches Outfit: Das Muster sollte ganz unaufgeregt in den Look integriert werden. Eine lässige Bomberjacke, Hose oder ein cooles Kleid in Camouflage sehen toll aus, wenn sie lässig gestylt sind. Den Allover-Look können wirklich nur die wenigsten tragen. Auch die Wahl eines verspielten Camouflage-Outfits mit Verzierungen, Glitzer oder Stickereien wie bei Rainbows Sweathose* machen das Design alltagswürdig.

  • Keine Uniform: In jedem Fall sollte man darauf achten, dass Camouflage nicht wie eine Kriegsuniform aussieht. Deshalb gilt: Kleider, Röcke, Schuhe oder Jeansjacken in Camouflage sind gesellschaftstauglich – schwierig wird es aber, wenn militantische Mützen oder hochgeschnürte Boots zu einer weiten Camouflage-Hose kombiniert werden. Das Muster muss geschmackvoll eingesetzt werden, andernfalls ist es tabu!

Sollte man Camouflage 2023 überhaupt noch tragen?

In Zeiten von Kriegen wirkt das Tragen einer Camouflage-Jacke auf den ersten Blick unschicklich und insolent. Tatsächlich sollte man aufpassen, zu welchen Anlässen der militante Look gerockt werden kann – auf Feiern, in Clubs oder auf der Arbeit haben die Looks nichts zu suchen. In der Freizeit kann die Anstößigkeit aber ins Positive gekehrt werden. Denn: Wer einen Camouflage-Look in der Öffentlichkeit trägt, der setzt ein Statement – für Frieden, gegen Gewalt und gegen Krieg. Das hat schon vor 40 Jahren funktioniert und genau so sollte Camouflage auch heute ganz bedacht gestylt werden.

Wichtig ist, dass man sich der politischen Geschichte der Militäruniform klar wird und sie ins richtige Licht rückt. Wer das im Hinterkopf behält, kann Camouflage kombinieren wie er will und selbst einen Allover-Militär-Look stilvoll in Szene setzen. Mode darf politisch sein und ein Zeichen setzen. Wichtig ist nur, es richtig zu machen.

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