Schreckliches Busunglück nach Sekundenschlaf in Kroatien - 10 Tote

Augenzeuge: "Überall lagen Verletzte, Tote, einer verlor seinen Arm"

26. Juli 2021 - 10:15 Uhr

Kroatien: Zehn Menschen sterben in Reisebus aus Frankfurt

Mit einem Reisebus machen sich 67 Menschen aus dem Kosovo am Sonntagmorgen auf den Weg in die Heimat, doch die Reise endet in einer Tragödie! Auf einer Autobahn in Kroatien kommt der Bus aus Frankfurt von der Fahrbahn ab und landet im Graben. Zehn Menschen sterben, 45 weitere werden verletzt. Wahrscheinliche Ursache laut Ermittlungen: Der Fahrer ist am Steuer eingeschlafen. Ein Augenzeuge berichtet nun vom schrecklichen Anblick nach dem Unfall.

Kroatien: Busfahrer schlief offenbar am Steuer ein

25.07.2021, Kroatien, Slavonski Brod: Rettungskräfte sind an der Stelle eines Busunfalls in der Nähe von Slavonski Brod im Einsatz. Bei einem Busunglück im kroatischen Slavonski Brod sind am Sonntag mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen, 45 wei
Bei dem Unfall mit einem aus Deutschland kommenden Bus sind am Sonntag zehn Menschen ums Leben gekommen.
© dpa, Luka Safundzic, hjb

"Plötzlich hat es geknallt, ich habe nur noch die vielen Menschen gesehen, das Feld und diesen Kanal. Überall lagen Verletzte, Tote, einer verlor seinen Arm", berichtet Ramo Gashi der kroatischen Zeitung "Vecernji List". Er hat den Unfall glücklicherweise überlebt.

Neun Fahrgäste und ein Busfahrer sind bei dem schrecklichen Unfall auf der Autobahn 3 bei Slavonski Brod ums Leben gekommen. 44 Insassen sind verletzt worden, mindestens acht davon schwer. Zwei Opfer schweben noch in Lebensgefahr, heißt es.

Einer der beiden Fahrer sei während des Lenkens eingeschlafen, dadurch sei der Bus von der Fahrbahn abgekommen, erklärte Staatsanwalt Slavko Pranjic am Sonntagnachmittag. Dieser Fahrer sei festgenommen worden. Er habe bereits gestanden.

"Das sind alles Menschen, die in Deutschland arbeiten"

Mit einem Kran mussten die Einsatzkräfte den Bus aus dem Graben ziehen.
Mit einem Kran mussten die Einsatzkräfte den Bus aus dem Graben ziehen.
© PIXSELL, Ivica Galovic

"Das sind alles Menschen, die in Deutschland arbeiten und ihren Urlaub im Kosovo verbringen wollten", sagte Kosovos Botschafter in der kroatischen Hauptstadt Zagreb, Gezim Kasapolli. "Wir haben mit den Familien der Verletzten und Getöteten gesprochen", ergänzte er nach Angaben des kroatischen Portals "jutarnji.hr".

Ein Großteil der Opfer soll demnach aus der Gegend rund um die kosovarische Stadt Gjakova stammen. Albin Kurti, der Premierminister des Kosovo, erklärte, er sei zutiefst betrübt angesichts der vielen Opfer. Der 46-Jährige wird noch am Sonntag nach Kroatien reisen und sich dort mit dem kroatischen Premier Andrej Plenkovic treffen.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts von Deutschland teilte mit: "Unsere Botschaft in Zagreb und die Zentrale des Auswärtigen Amts in Berlin stehen mit den zuständigen Behörden vor Ort in Kontakt."

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