Lehmann lässt grüßen

Brutalo-Irrsinn in Nordirland. Keeper fliegt nach Attacke auf eigenen Spieler

Kein Mann von Traurigkeit: Aaron McCarey
Kein Mann von Traurigkeit: Aaron McCarey
© Imago Sportfotodienst

17. Oktober 2021 - 17:59 Uhr

"Ich habe so etwas noch nie gesehen", meint eine Club-Legende

Dass Fußballer hier und da mal die Sicherungen durchbrennen – geschenkt. Eher selten aber gehen die Aggressionen gegen die eigenen Spieler. So geschehen am Wochenende in Nordirland. Dort nahm sich nämlich ein Keeper seinen eigenen Teamkollegen derart zur Brust, dass er mit Rot vom Platz flog.

"Moment des Wahnsinns"

Was war passiert? Nachdem der FC Glentoran zehn Minuten vor dem Ende des Erstliga-Spiels gegen den FC Coleraine am Samstag das 2:2 kassierte, spurtete der Keeper wutentbrannt auf seinen Teamkollegen Bobby Burns zu, packte ihn am Kragen und stieß ihn zu Boden. Der Defensivspieler vertändelte zuvor den Ball, was zum Ausgleich führte. "Ich habe so etwas noch nie gesehen", sagte Club-Legende Paul Leeman. "Es ist ein Moment des Wahnsinns."

Lehmanns Beispiel macht Schule

McCarey sah die Rote Karte und musste zusehen, wie seine Mitspieler das Unentschieden über die Zeit retten konnten. Glentoran-Trainer Mick McDermott bestätigte nach der Partie, dass es eine Aussprache zwischen den Spielern gegeben habe. "Sie sind beide enttäuscht von dem, was passiert ist", sagte der Coach. Wichtig sei, dass Burns nicht im Gesicht getroffen wurde.

Auch in der Bundesliga gab es bereits ähnliche Fälle. So wurde Jens Lehmann im Februar 2003 beim Revier-Derby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 (2:2) vom Platz gestellt, nachdem er auf Marcio Amoroso zugestürmt war und den sichtlich verdutzten Brasilianer attackiert hatte. (dpa/mli)