Auf das Köpfchen kommt es an

Mega-Fight: Auf Wilder warten fast 300 Pfund mentale Fury-Power

Tyson Fury ist jeder Hinsicht positiv-verrückt.
Tyson Fury ist jeder Hinsicht positiv-verrückt.
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07. Oktober 2021 - 19:37 Uhr

Fury psychisch und physisch top

Ein Mega-Fight wirft seine Schatten voraus: Im Kampf um die WBC-Schwergewichtskrone kommt es am Wochenende zum dritten Duell von Box-Weltmeister Tyson Fury und Deontay Wilder. Nach seiner krachenden Niederlage in Part 2 sinnt Wilder nach Rache. Und Fury? Der Brite will seinen Gürtel um jeden Preis verteidigen. Und der Brite scheint bestens gerüstet. Psychisch und physisch.

Fury bringt rund 132 Kg auf die Waage

Auf Wilder wartet viel Fury. Im wahrsten Sinne. "Es werden keine 300 Pfund sein, aber es werden rund 290 (ca. 132 kg/Anm. d. Red.) sein. Er wird damit rund 20 Pfund schwerer sein als beim letzten Mal. Warum nicht? Je größer, desto besser, desto schwerer, desto stärker", sagte Fury-Coach Sugar Hill Steward im Interview mit wettfreunde.net. Neben der Physis und aller boxerischen Fähigkeiten spielt laut Steward vor allem eines eine zentrale Rolle: die mentale Stärke.

"Wir bereiten uns auf den besten Deontay Wilder vor. Einen, der sich stark verbessert hat", betonte der Neffe von Emanuel Steward, Ex-Coach von Wladimir Klitschko. Fury habe den sogenannten Fearfactor, den Angstfaktor. Angst vor einem möglichen K.o: "Diesen musst du haben. Das hält dich hellwach. Eine wirklich wichtige Sache." Man müsse immer alles in Betracht ziehen.

Starker Bizeps reicht nicht

Mentale Stärke und Box-Intelligenz, das Erfolgsgeheimnis von Fury? "Nur weil man einen starken Bizeps hat, heißt das nicht, dass man diesen Bizeps kontrollieren könne. Der Verstand ist das, was alles steuert. Mein Onkel Emanuel hat davon gesprochen, dass Champions von innen gebaut werden. Ich glaube, er hat über mich und Tyson Fury gesprochen", sagte Steward. "Die psychologische Seite hat viel mit Kämpfen zu tun, denn der Verstand kontrolliert den Körper. Lass es uns einfach halten: Was immer der Verstand sich vorstellen kann, kann er erreichen."

Stark im Kopf. Nur so werde aus einem Fighter ein Champion. Aus einem Boxer ein Weltmeister. Und dazu gebe man eine Prise Wahnsinn. Im positiven Sinne. "Ein alter Trainer hat mir einmal gesagt, dass jeder große Champion ein bisschen verrückt ist", so der Amerikaner. "Es ist fast dasselbe wie ein großartiger Künstler, der irgendwie verrückt ist, dem fehlt irgendwie etwas - um ihnen den zusätzlichen Vorteil zu geben, ein großartiger Künstler oder ein großartiger Champion zu sein." Übersetzt: Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander. Und jedes Genie – ob im Sport oder der Kunst hat irgendwie auch eine Schraube locker.

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Ein Chamäleon im Ring

Dass Fury positiv-verrückt ist, ist kein Geheimnis. Doch im Ring zeichnet ihn laut Coach noch etwas anderes aus, und das zeigt seine pragmatische Seite. So sei er in der Lage, sich in kurzer Zeit auf Gegner einzustellen. Seine Taktik zu verändern. Sich im Ring neu zu erfinden. Je nach Herausforderung. "Vieles hängt auch davon ab, wie man sich an bestimmte Situationen anpasst. Manche Menschen können Dinge überwinden und andere nicht. Manche Menschen können sich je nach den Fähigkeiten jedes Einzelnen schneller ändern und anpassen als andere. Tyson ist in der Lage, das zu tun." Was am Samstag in Las Vegas einmal mehr zu beweisen wäre. (tme)