Es geht um 280 Millionen

Canelo Alvarez verklagt DAZN und seinen Promoter Oscar de la Hoya

Sport Bilder des Tages Boxen Weltmeister Saul Alvarez bekommt seine Gürtel October 15 2018 EUM20
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09. September 2020 - 22:23 Uhr

Gericht statt Boxring

Box-Superstar Canelo Alvarez verklagt DAZN und seinen Promoter Oscar de La Hoya sowie dessen Agentur "Golden Boy Promotions" auf Schadensersatz in Höhe von 280 Millionen Dollar. Der Mexikaner wirft dem Streaming-Dienst und seinen Promotern vor, ihre vertraglichen Verpflichtungen aus Canelos Mega-Deal mit DAZN nicht erfüllt zu haben.

Mega-Deal erst vor zwei Jahren

Erst vor zwei Jahren hatte Alvarez den lukrativsten Vertrag der Sportgeschichte mit DAZN eingetütet: Der Streaming-Dienst sicherte dem Mittel- und Supermittelgewichts-Weltmeister für elf Kämpfe die Summe von 365 Millionen Dollar zu. Der Deal sah vor, dass Alvarez zwei Mal im Jahr, im Mai und September rund um die zwei wichtigsten mexikanischen Feiertage, in den Ring steigt.

Für jeden Auftritt garantierte DAZN Alvarez-Promoter "Golden Boy" eine Lizenz-Gebühr von 40 Millionen Dollar, 35 Millionen davon für den Boxer.

"Trotz Alvarez' Erfolge haben sowohl DAZN als auch Golden Boy die Versprechen gebrochen, die sie sich gegenseitig, aber auch Alvarez und den Boxfans gemacht haben. Hierdurch haben die Beschuldigten ihre jeweiligen Verträge gebrochen und Alvarez einen Schaden in Höhe von mindestens 280 Millionen Dollar verursacht", heißt es in der 24-seitigen Klageschrift, die Alvarez bei einem kalifornischen Bundesgericht in Los Angeles eingereicht hat.

DAZN will dritten Golovkin-Fight

Hintergrund: DAZN ist mit den Gegnern des Boxstars unzufrieden, weil diese offenbar zu wenig Abonnenten generieren. Die Streaming-Bosse drängen Canelo daher seit geraumer Zeit zu einem dritten Kampf gegen Ex-Weltmeister und Publikumsliebling Gennady Golovkin, der ebenfalls bei DAZN unter Vertrag steht.

Alvarez, der nach einem Remis in Duell 1 (2017) den zweiten Kampf gegen "GGG" (2018) knapp und umstritten gewonnen hatte, will davon aber nichts wissen. Stattdessen kämpfte er im November des Vorjahres gegen Halbschwergewichts-Champion Sergey Kovalev, knockte den Russen in Runde 11 aus und sicherte sich in einer vierten Gewichtsklasse einen WM-Titel.

Anlass für die juristische Eskalation: Wie mehrere Box-Quellen erfahren haben, will DAZN Alvarez und Golden Boy für den eigentlich jetzt im Herbst anstehenden Kampf nur noch die Hälfte der garantierten 40 Millionen Dollar überweisen. Als "brauchbare Gegner" akzeptiert DAZN die Supermittelgewichts-Weltmeister Billy Joe Saunders und Callum Smith (beide England).

Bildnummer: 14489426  Datum: 15.09.2013  Copyright: imago/ZUMA PressSept. 15, 2013 - Las Vegas, Nevada, USA - Floyd Money Mayweather (blk & blue trunks) takes on Saul Canelo Alvarez (red, why & grn trunks) to battle for the Super Welterweight World C
Canelo Alvarez kassierte die einzige Niederlage seiner Karriere 2013 gegen Box-Legende Floyd Mayweather jr.
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Klage auch gegen de la Hoyas "Golden Boy"

DAZN weigere sich, die zugesagte Lizenzgebühr von 40 Millionen Dollar zu zahlen, und bringe stattdessen "einer Reihe an Ausreden" vor, "unter anderem die Tatsache, dass Alvarez 2019 nicht gegen Herrn Golovkin gekämpft hat und dass Golden Boy keine Pläne für einen  Alvarez-Kampf in 2020 vorgelegt habe."

Letzteres stimme nicht, so die Alvarez-Advokaten. Als der Boxer und Golden Boy mögliche Gegner für einen September-Kampf vorgeschlagen hätten, habe sich DAZN einer Bestätigung verweigert, dass die Streaming-Seite bereit sei, Alvarez' September-Kampf zu übertragen.

Auch gegen Promoter Oscar de la Hoya und dessen Golden Boy Promotions geht Alvarez juristisch vor. Der Vorwurf: Golden Boy habe sich nicht nach DAZN-Alternativen für den Weltmeister umgeschaut und Canelo dadurch um zugesicherte Millionen gebracht.