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Berghain Berlin: Amt outet alle Teilnehmer von anonymer Sex-Party

Datenpanne bei Berliner Behörde

Bei anonymer Sexparty mit Corona infiziert! Amt schickt versehentlich Namen per Mail rum

Mehrere hundert Menschen stehen vor dem Berghain an.
Mehrere hundert Menschen stehen vor dem Berghain an.
deutsche presse agentur

150 Teilnehmer einer schwulen Sexparty werden Opfer einer Datenpanne

Der Name der Party im Berliner Szeneclub „lab.oratory“ im Berghain-Gebäude verrät schon einiges: „Friday Fuck 2-4-1“. 150 Feiernde nahmen an der Sexparty teil. Zwei Wochen später erfahren Sie per Mail, dass sich mehrere Gäste mit dem Coronavirus infiziert haben. Peinlich: Darin waren die E-Mail-Adressen aller Teilnehmer sichtbar.

Berliner Bezirksamt outet Namen aller Teilnehmer einer Sexparty

Auf der Feier hätten sich „mehrere nachgewiesene Infektionen mit Covid-19 ereignet“, teilte das Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg per Mail an alle Beteiligen mit. Doch anstatt die Mail datengeschützt an alle einzeln zu schicken, wurde sie an eine offene Mailingliste versendet. So konnten alle Empfänger die Mailadressen der anderen Fetisch-Fans sehen, berichtet die „Berliner Morgenpost“. Dies sei „durch einen menschlichen Fehler“ geschehen, teilte das Amt mit.

„Die Beschäftigten stehen unter einem hohen Druck“ 

„Dafür möchten wir uns in aller Form bei den betroffenen Personen entschuldigen“, sagte eine Sprecherin des Bezirksamts der Zeitung. Die Kontaktnachverfolgung werde durch die weitgehenden Lockerungen immer schwerer, verteidigte sie die Behörde. „Die Beschäftigten stehen unter einem hohen Druck.“

Ob das den Opfern hilft? Eher nicht! Jetzt sind die Namen schon raus. Als Konsequenz habe das Amt nun die Abläufe angepasst, wodurch solche Vorfälle nicht mehr möglich sein sollen, sagte die Sprecherin.

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Fall beschäftigt jetzt die Berliner Datenschutzbeauftragte

Warum das Amt überhaupt überhaupt eine Verteilermail an alle Beteiligten geschickt hat, bleib unbeantwortet.

Der Fall beschäftigt inzwischen die Berliner Datenschutzbeauftragte. Sie wolle nun prüfen, ob weitere sensible Daten über den Mailverteiler weitergeschickt worden sind. Das könnte den Vorfall noch einmal dramatischer machen.

Fest steht: In der Mail wurde sowohl der Veranstaltungsort als auch das Veranstaltungsdatum genannt. Somit seien die betroffenen Partygäste eindeutig zuzuordnen. (mor)