Vollschnallen-Trage, Halbschnallen-Trage oder doch ein Tragetuch?

Babytragen und Tragetücher im Test: Stiftung Warentest checkt 15 Modelle

Welche Babytrage ist die beste? Stiftung Warentest hat 15 Modelle untersucht
© iStockphoto

04. Januar 2020 - 13:18 Uhr

Darum sind Babytragen oder Tragetücher gut für Kleinkinder

Das Baby direkt am Körper zu tragen, ist für Mutter, Vater und Kind entspannt - die Nähe tut einfach gut und die Eltern haben beide Hände frei, um nebenbei Dinge zu erledigen. Aber auch gesundheitliche Gründe sprechen für die Anschaffung einer Babytrage oder eines Tragetuchs. Denn wenn die Sitzhaltung stimmt, unterstützen sie die Ausbildung der Baby-Hüften. 15 Babytragen und Tragetücher hat Stiftung Warentest gecheckt (Heft Januar 2020), darunter welche für Neugeborene und welche für Kinder bis drei Jahre. Das Ergebnis: Viele sind gut, aber aus zwei Modellen können Kinder herausfallen. Wir zeigen Ihnen, welche Babytragen im Test überzeugten und welche nicht.

Babytragen-FAQ: Welches Modell kann was?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich ein Baby an den Körper zu schnallen. Drei Trage-Varianten aus dem Warentest stellen wir Ihnen hier vor.

Vollschnallen-Trage
Nix schief gewickelt! Eine Vollschnallen-Trage ist im Prinzip eine Art Baby-Rucksack. Sie setzen das Kind hinein und befestigen die Trage mit Hilfe von Gurten mit Klettverschluss oder Schnallen vor der Brust oder auch auf dem Rücken. Optimal für alle, die keine Lust auf Wickelei haben.

Halbschnallen-Trage
Eine Mischung aus Tragetuch und Schnallentrage. Der Vorteil: Das Teil lässt sich individuell binden und an das Baby anpassen. Wegen der angebrachten Verschlüsse bietet es ein Gefühl der Sicherheit - achten Sie darauf, dass die Trage einen Brustgurt hat.

Tragetücher
Für Individualisten, die ein Händchen für Wickeltechniken haben. Eltern können zwischen gewebten und elastischen Tüchern wählen, die sich der Körperform des Babys anpassen. Für einen sicheren Sitz müssen vor allem weiche Tücher fest gebunden werden. Ein Vorteil dieser Variante: Das Baby wächst nicht so schnell aus dem Tuch heraus.

Schadstoffe in manchen Modellen nachgewiesen

Ganz gleich, für welche Art von Trage Sie sich entscheiden: Ihr Baby wird an einem der Riemchen lutschen oder daran knabbern. Aus diesem Grund hat die Stiftung Warentest die Tragen auch auf Schadstoffe checken lassen. Zwei Anbieter fielen dabei negativ auf: In der Vollschnallen-Trage "Fillikid Walk" wurde Formaldehyd nachgewiesen und im Stokke-Modell Mycarrier steckt ein Flammschutzmittel, das eventuell krebserregend ist. Die beiden Tragen erhielten daraufhin die Gesamtnote "mangelhaft". 

Die Limas-Babytrage schnitt im Schadstoff-Test zwar mit "sehr gut" ab, im Punkt "Sicherheit und Haltbarkeit" konnte sie die Tester allerdings nicht überzeugen - Gesamturteil deshalb ebenfalls: "mangelhaft".

Überblick: Die besten Babytragen und Tragetücher laut Stiftung Warentest

Manduca Sling Tragetuch
Zu den Testsiegern gehört das Manduca-Sling-Tragetuch
© Amazon.de

Vollschnallen-Tragen:
Manduca XT*, Note gut (2,0); Preis ca. 160 Euro
Kokadi Flip*, gut (2,1), ca. 180 Euro
Ergobaby Adapt*, gut (2,4); ca. 140 Euro

Halbschnallen-Tragen:
Hoppediz Nabaca Regular*, Note gut (1,9); Preis ca. 150 Euro 
Cybex Maira.tie*, gut (2,5); ca. 120 Euro

Tragetücher:
Amazonas Carry Sling*, Note gut (1,7); Preis ca. 50 Euro
Didymos Prima*, gut (1,8); ca. 110 Euro
Manduca Sling*, gut (1,9); ca. 60 Euro

Babytragen: Ab wann Mütter sie benutzen dürfen

Können Frauen direkt nach der Entbindung eine Babytrage benutzen? Leider nicht, erstmal müssen die Angehörigen einspringen und den Tragedienst übernehmen. "Mütter sollten nach der Geburt aber einige Wochen abwarten und sich von den Strapazen der Entbindung erholen", raten die Experten der Stiftung Warentest. "Die Gebärmutter zieht sich zurück, Verletzungen müssen heilen, der Beckenboden soll sich erholen und die Schambeinfuge braucht Zeit, um wieder fest zu werden."

*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.