Argentinien: Schwangere will Fehlgeburt mit Petersilie herbeiführen und stirbt dabei

Derzeit protestieren Frauen in Argentinien für die Legalisierung des Eingriffs.
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17. August 2018 - 21:24 Uhr

Buenos Aires: Frau stirbt bei Not-OP

Abtreibungen sind in Argentinien illegal. Nun starb eine Schwangere bei dem Versuch, selbstständig eine Fehlgeburt herbeizuführen. Dazu hat sich die 34-jährige Liz Petersilienstiele in die Scheide eingesetzt. Doch ihr Plan das Ungeborene heimlich abzutreiben, scheiterte: Ihre Gebärmutter entzündete sich. Eine Not-OP konnte die Frau nicht retten.

Gebärmutter entzündete sich durch eingeführte Petersilie

Die mutmaßliche Verzweiflungstat hat sich in Buenos Aires ereignet. "Sie kam mit einem septischem Schock und Petersilienstielen in ihrer Gebärmutter ins Krankenhaus", wird die Sprecherin des Netzwerkes für Gesundheitsberufe "Decision Right Net", Ana Paula Fagioli, vom Nachrichtenmagazin "Mirror" zitiert. Nachdem die Komplikationen auftraten, sei sie in die Notaufnahme des Pacheco-Krankenhauses gebracht worden, berichten lokale Medien.

Ihre Gebärmutter sei durch die eingeführte Petersilie entzündet gewesen, so dass Ärzte ihren Uterus entfernen mussten. Die Mutter eines zweijährigen Sohnes wurde noch in eine andere Klinik verlegt, doch jede Hilfe kam zu spät: Sie konnte nicht gerettet werden. Offenbar hatte die Frau den Vorfall erst nicht melden wollen, weil sie befürchtete, wegen der herbeigeführten Fehlgeburt ins Gefängnis zu kommen.

In Argentinien ist Abtreibung illegal – es gibt regelmäßig Protestaktionen

Am 8. August beschloss das argentinische Parlament, Abtreibungen weiterhin illegal zu werten.
Am 8. August beschloss das argentinische Parlament, Abtreibungen weiterhin als illegal anzusehen. Nach Verkünden des Entschlusses brachen große Proteste in den Straßen von Buenos Aires aus.
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In Argentinien ist es derzeit so, dass eine Abtreibung nur im Fall einer Vergewaltigung oder einer Lebensgefahr für die Mutter erlaubt ist. Die Gesetzgebung führt immer wieder dazu führt, dass Frauen auf diese Weise versuchen, abzutreiben und sich dabei verletzen oder auch zu Tode kommen. Zahlen belegen das: Das Gesundheitsministerium schätzt, dass jährlich 350.000 illegale Abtreibungen durchgeführt werden. Rund 50.000 Frauen pro Jahr werden wegen Komplikationen nach solchen Eingriffen in Krankenhäuser eingeliefert.

Wie wirkt die Petersilie?

8. August 2018: Demonstranten demonstrieren für die Entkriminalisierung von Abtreibung in Buenos Aires.
Buenos Aires am 8. August 2018: Demonstranten setzen sich für die Entkriminalisierung von Abtreibung ein.
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So, wie die 34-jährige Liz. Sie wollte sich die Wirkung der Petersilie zu Nutze machen. Die Inhaltsstoffe regen die Uterus-Kontraktionen an und können so eine Fehlgeburt auslösen. Deshalb wird Schwangeren geraten, auf Petersilie zu verzichten.

Erst Anfang August 2018 wurde noch darüber abgestimmt, ob Abtreibungen in Argentinien legalisiert werden sollten. Der Senat hat sich dagegen ausgesprochen, Schwangerschaftsabbrüche bleiben dort eine Straftat. Zehntausende hatten gegen dieses Ergebnis protestiert und für die Entkriminalisierung demonstriert.